Berlin : Schäferhund biss Kind ins Gesicht

Siebenjähriger Junge wurde im Hof plötzlich angefallen

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Der Junge wollte nur kurz unten im Hof den Müll wegbringen – da sprang ihn ein Schäferhund an und biss ihn ins Gesicht. „Plötzlich und völlig unvermittelt“, so heißt es im Polizeibericht. Der Vater des siebenjährigen Lukas T. hörte die Schreie aus dem Hof des Wohnhauses in der Steglitzer Drakestraße und alarmierte Polizei und Feuerwehr. Ein Großteil von Lukas’ Gesicht war von dem Hundebiss zerfleischt. Mit dem Notarztwagen wurde das Kind ins Krankenhaus gebracht und dann in eine Spezialklinik verlegt. Drei Stunden wurde Lukas operiert. „Ihm geht es den Umständen entsprechend“, sagte eine KlinikSprecherin.

Der Hundehalter Michael H., 30 Jahre, der ebenso wie die Familie des Jungen in dem Mietshaus wohnt, hatte seinen Schäferhund „Rex“ frei herumlaufen lassen. Dies ist laut Hundeverordnung nicht erlaubt. Unter Paragraph 2 ist der Leinenzwang vermerkt: Demnach müssen Hunde auch in öffentlichen Treppenhäusern und Höfen angeleint sein. Die Leine darf dabei nicht länger als zwei Meter sein.

Die Polizei ließ den Schäferhund von einem Amtstierarzt beschlagnahmen. Gegen den Hundebesitzer ist ein Verfahren wegen Verdachts der fahrlässigen schweren Körperverletzung eingeleitet worden. Ob der Besitzer den Hund zurückbekommt, entscheidet der Tierarzt. Dass der Hund bereits im vergangenen Jahr wegen eines „Bissvorfalls“, wie es bei der Polizei hieß, aufgefallen ist, wird dabei sicherlich eine Rolle spielen.

Schäferhunde stehen nicht auf der Berliner „Kampfhundeliste“. Dies wird damit begründet, dass sie eine geringere Beißkraft haben als beispielsweise Pitbulls. Zudem verbeißen sie sich in der Regel nicht im Opfer, sondern lassen wieder los. Ein Staffordshire-Terrier hatte sich im September vergangenen Jahres so sehr in das Gesicht eines zweijährigen Jungen verbissen, dass er dessen Nase abriss und die Wange zerfleischte. Dennoch: Laut Statistik beißen in Berlin Schäferhunde und andere Rassen häufiger als Kampfhunde. Deshalb halten die Grünen auch nichts von einem Kampfhundeverbot: Sie fordern einen Hundeführerschein für die Besitzer aller größerer Hunderassen. tabu

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