Berlin : Schattenvorteil

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VON TAG ZU TAG

Elisabeth Binder über den Kampf der EventGiganten auf dem Potsdamer Platz

Etwas von kreischenden kleinen Teenagern scheint auch in den Würdenträgern der Glamourbranche stecken geblieben zu sein. Warum sonst hat beim Kampf der Musical-Premiere gegen die Hollywood-Uraufführung Brad Pitt das Rennen um die höchste Prominenten-Quote gewonnen? Troja in allen Ehren, aber wie’s ausgeht, weiß man doch aus dem Geschichtsunterricht. „Sie hier und nicht auf der anderen Seite?“, lautete die Standardbegrüßung beim Musical. Dabei werden Prominente kaum irgendwo liebevoller begrüßt als in dem Blue-Man-Stück, wo die Premierengäste einem Filmregisseur mal kurz im Chor sagten: „Detlev, wir lieben dich.“ Später hielten sie Erdbeeren unter eine Fontäne aus blauer Schokolade und planten Ausflüge mit Besuchern von außerhalb in dieses junge, berlineske Spektakel. Vielleicht hat Brad ja doch was Gutes getan. Ein Start mit Schattenseiten kann nur bedeuten, dass die blauen Männer noch strahlen, wenn Troja schon wieder unter der Kinogeschichte begraben liegt.

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