Berlin : Schatzkammer unterm roten Stern

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Die Russische Botschaft ist ein sagenumwobener Ort. Der hohe Zaun, die Wachhäuschen, dazu die Agentenlegenden – wer möchte da nicht mal einen Blick hineinwerfen. Man erwartet rote Läufer, Kronleuchter, hohe Spiegel, Stuck und Marmor – und genau das bekommt man. Der geballte Sowjetpomp mit Säulen, auf denen goldene Hämmer und Sicheln prangen, ährenförmigen Glaslampen und schweren Vorhängen beeindruckt noch immer. Das Herzstück ist eine Art Kirchenfenster, auf dem ein gewaltiger Kremlturm samt rotem Stern prangt.

Natürlich war all das beim Ball zum Auftakt der 13. Berliner Märchentage unter dem Motto „Die Schatzkammer des Zaren“ auch vorhanden. Aber nichts entzaubert einen Ort so sehr wie eine Menschenmenge, die sich drängt, wo man flanieren sollte. 800 Gäste sollen es gewesen sein, darunter Kultursenator Thomas Flierl. Nach den Eröffnungsreden verkeilte man sich vor dem Sektstand und schob sich zentimeterweise ans Buffet. Es war ein Gemenge und Geschiebe wie beim Schlussverkauf.

Klasse besaß dagegen die Modenschau, zu der zehn Berliner Designer je zwei für diesen Anlass entworfene Abendkleider zeigten. Hut up, Anna von Griesheim, John de Maya, Strano und Unrath – Ute Lindner (die selbst zwei Modelle beisteuerte) hatte für eine sehr gute Zusammenstellung gesorgt.

Die Kleider werden ab 20. November im Westin Grand Hotel an der Friedrichstraße ausgestellt; der Erlös geht an Unicef. Und die Berliner Märchenfreunde kommen bis zum 25. November an vielen Orten der Stadt auf ihre Kosten. S.N.

Informationen zum Programm unter www. berliner-maerchentage.de

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