Berlin : Schaulaufen für die Show

Großes Staraufgebot bei der 39. Verleihung der „Goldenen Kamera“ im Schauspielhaus

Juris Lempfert

Der Gang über den roten Teppich ist die Show vor der Show. Das gilt nicht nur bei der Verleihung der Goldenen Kamera, aber hier besonders: 40 Meter roter Stoff und 39 Treppenstufen von der Limousinentür bis zum Eingang des Schauspielhauses am Gendarmenmarkt geben den Stars viel Zeit, sich zu präsentieren. Am meisten nahm sich gestern Abend vermutlich Mutter Beimer aus der Lindenstraße: Elf Minuten war sie unterwegs, weil sie fast überall Autogramme schrieb.

Als Erster hatte pünktlich um 18 Uhr 30 Garry Smith von der American Academy den roten Teppich betreten – nur eine preisverdächtige Minute brauchte er zum Eingang. Die Trophäe der Fotografen wäre an Veronica Ferres gegangen, die trotz einsetzenden Regens minutenlang in einem – besonders oben herum – sehr engen Kleid posierte. Auf einen Harmonie-Preis hätte das Ex-Pärchen Boris Becker und Sabrina Setlur vergeblich warten müssen. Die beiden standen sich plötzlich und zufällig am Fuß der Schauspielhaustreppen gegenüber. Sie lächelten sich an, gingen dann aber rasch getrennte Wege. Gäbe es einen spontanen Publikumspreis am roten Teppich, er wäre ohne Frage an Sylvester Stallone gegangen. Der kam um 19 Uhr 35, schrieb Autogramme im Akkord und drehte sich – am Eingang angekommen – kurzerhand um und schritt den ganzen roten Teppich noch einmal ab. Da kam gerade Jack Nicholson vorgefahren – trotz Dunkelheit mit kleiner, schwarzer Sonnenbrille. Das ohrenbetäubende Kreischen der Fans quittierte er mit einer kurzen Handbewegung.

Tony Curtis, der am Dienstag noch in kurzen Hosen in Berlin angekommen war, hatte sich inzwischen der Witterung angepasst. Auch er nahm sich trotz Regens viel Zeit für die Fans. Um 20 Uhr, als die Verleihung längst hätte anfangen sollen, traf dann der Überraschungsgast des Abends ein: Naomi Campbell, das Top-Model war sichtlich gut gelaunt. Passend zum glitzernden Kleid trug sie blau-graue Kontaktlinsen. Thomas Gottschalk verzichtete übrigens auf den roten Teppich und kam durch einen Seiteneingang. Aber dafür stand er ja drinnen die ganze Zeit auf der Bühne.

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