Schauspieler : Erwin Geschonneck wird 100

Am 27. Dezember ehrt die Akademie der Künste den Schauspieler Erwin Geschonneck ("Jakob der Lügner", "Benno macht Geschichten") mit einem umfangreichen Veranstaltungsprogramm.

Berlin - Ab 12 Uhr sind im Haus am Pariser Platz vier Spielfilme Geschonnecks aus den Jahren 1932 bis 1960 zu sehen, darunter "Kuhle Wampe" und "Fünf Patronenhülsen". Am Abend wird die Ausstellung "Erwin Geschonneck - eine deutsche Biographie" eröffnet und das Filmfeature "Widerstand und Anpassung - Überlebensstrategie" gezeigt. Der Jubilar, der aufgrund von Altersschwäche sein Haus seit sieben Jahren nicht mehr verlassen haben soll, hat sein Kommen zugesagt.

Erwin Geschonneck wurde am 27. Dezember 1906 in Ostpreußen geboren. 1929 trat er der KPD bei und spielte in kommunistischen Laienspiel-, Agitprop- und Kabarettgruppen. Über Polen emigrierte er 1933 in die Sowjetunion, die er 1938 verlassen musste. 1939 wurde er verhaftet und an die Gestapo ausgeliefert. Er war Gefangener in den Konzentrationslagern Sachsenhausen, Dachau und Neuengamme. Am 3. Mai 1945 überlebte er den Untergang des in der Lübecker Bucht von britischen Flugzeugen versenkten KZ-Schiffes "Cap Arcona".

Nach Stationen an den Hamburger Kammerspielen und am Berliner Ensemble begann seine Karriere als Filmschauspieler bei der DEFA. Geschonneck, seit 1949 Mitglied der SED, wurde von der DDR-Führung mit mehreren Auszeichnungen geehrt. Einen seiner letzten Auftritte als Schauspieler hatte er 1995 in "Matulla und Busch", einem Fernsehfilm unter Regie seines Sohnes Matti Geschonneck. (tso/ddp)

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