Scheckbetrug : Betrüger wollen Taxifahrer mit neuer Masche schröpfen

Betrüger wollen neuerdings offenbar Taxifahrer schröpfen – durch eine für diese Branche modifizierte Masche. Auch an Möchtegern-Models wurde sie schon getestet. Dabei ist der Schutz so einfach.

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Taxifahrer müssen sich in acht nehmen. Betrüger haben es auf sie abegesehen.
Taxifahrer müssen sich in acht nehmen. Betrüger haben es auf sie abegesehen.Foto: dpa

Der Berliner Taxiverband warnt vor Betrügern. Diesmal geht es aber nicht um Personen mit krimineller Energie in der eigenen Branche, die ahnungslosen Touristen für eine Fahrt von Tegel bis Mitte 200 Euro abknöpfen. Nein, diesmal sind es die Taxiunternehmer selbst, die abgezogen werden sollen.

Die Masche laufe übers Internet, sagt der Vorsitzende des Taxiverbands Berlin-Brandenburg, Detlev Freutel. Kürzlich erreichten ihn entsprechende Mails: Ausländische Firmen fragen an, zu welchem Preis man während eines Zeitraums von mehreren Tagen oder Wochen „Kollegen, die sich in Ihrem Gebiet aufhalten“, befördere. Man werde dabei eine bestimmte Anzahl an Kilometern zurücklegen.

Sobald ein Taxiunternehmen ein Angebot unterbreitet, wird dieses akzeptiert und angekündigt, dass man das Geld vorab überweisen werde. Neben der Durchführung der Fahrten bittet man das Taxiunternehmen aber auch darum, die Reisegruppe mit „Reisegeld“ für Essen und Unterkunft auszustatten. Deshalb schickt der „Auftraggeber“ einen Scheck mit mehreren 1000 Euro – dem Betrag für die vereinbarten Beförderungen plus Reisegeld. Der Taxiunternehmer löst den Verrechnungsscheck aus dem Ausland ein und bekommt den Betrag über mehrere tausend Euro auf seinem Konto gutgeschrieben.

Lockmittel. Bei Auslandsschecks ist besondere Vorsicht geboten.
Lockmittel. Bei Auslandsschecks ist besondere Vorsicht geboten.Foto: promo

Kurz darauf bittet der Auftraggeber, das „Reisegeld“ nun doch auf das Konto eines weiteren Unternehmens zu überweisen, das vor Ort die logistische Betreuung der Reisegruppe übernehme. Wer das dann tut – im Glauben, dass er das Geld ja durch die Gutschrift des Verrechnungsschecks „sicher“ auf seinen Konto habe – wird sein Geld nie mehr sehen, denn nach einiger Zeit wird die Bank mitteilen, dass der Scheck nicht gedeckt war.

Der Trick selbst sei nur in seiner Modifikation auf die Taxibranche neu, heißt es bei der Polizei. Ob schon jemand darauf hereingefallen sei, könne man nur vermuten. Angezeigt wurde noch kein Fall. Die an Detlev Freutel gerichtete Mail stammte angeblich von einem Thomas Clark Duncan. Bei den Berliner Geldinstituten ist der Trick bereits hinlänglich bekannt. Auch Detlev Freutels Hausbank hat sofort erkannt, dass es sich bei Thomas Clark Duncan um eine Firma handelt, die überhaupt nicht existiert, und ihm deshalb von dem Geschäft beziehungsweise der Einlösung des Schecks abgeraten.

Eine bekannte Spielart des Tricks funktioniert auch bei Models oder solchen Menschen, die gerne Model sein möchten. Sie werden übers Internet gesucht, melden sich und sind überglücklich, wenn sie die Nachricht erhalten, dass sie zu einem Foto-Shooting geladen werden, meistens an einem weit entfernten, exotischen Ort. Die Agentur schickt ihnen zum Zeichen ihrer Seriosität sogar vorab einen Verrechnungsscheck für die Reisekosten – allerdings „versehentlich“ viel zu viel. Die Models werden daraufhin gebeten, das zu viel gezahlte Geld zurückzuzahlen. Weil sie ja das Geld schon auf ihrem Kontoauszug sehen, haben die meisten keine Bedenken. Überweisen sie die Summe, ist das Geld weg. Und das Foto-Shooting findet auch nicht statt.

Generell solle man bei ausländischen Verrechnungsschecks sehr skeptisch sein, heißt es bei den Banken. Manchmal könne es Wochen dauern, bis man feststellen könne, ob sie gedeckt seien. Dass der Betrag bereits auf dem Konto des Adressanten erscheine, heiße eben nicht, dass das Geld auch zur Verfügung stehe. Fast alle Kreditinstitute weisen darauf in ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen hin. Vor unliebsamen Überraschungen schützen könne man sich auch, indem man für sein Konto eine sogenannte Gutschrift nach Eingang vereinbare – im Gegensatz zur „Gutschrift vorab“. Dann würde das Geld nur angezeigt, wenn es auch da ist.

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