Berlin : Scheibenkleister

Vor der 1.-Mai-Demo kamen die Glaser an den Mariannenplatz

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Am 1. Mai geht in Kreuzberg eine Menge zu Bruch. Glasscheiben sind bevorzugte Ziele der Zerstörungswut von Demonstranten. „An Autos, Schaufenstern und BVGWartehäuschen entsteht erfahrungsgemäß der höchste Sachschaden“, sagt Klaus Schubert von der Berliner Polizei.

Offenbar fällt es dennoch schwer, aus Schaden klug zu werden, vor allem, wenn es nicht der eigene Schaden ist. Am Mariannenplatz, einem traditionellen Brennpunkt der Krawalle, rückten ausgerechnet einen Tag vor der 1.-Mai-Demo die Glaser an, um zwei kaputte Scheiben des Bushäuschen auszutauschen. Kosten: 200 Euro. Verantwortlich für die Neuverglasung pünktlich zur Bambule war die Wall AG, die das Wartehäuschen im Auftrag der BVG betreut. Sie bestellt den Glaser, wenn eine Scheibe im Wartehäuschen zu Bruch geht. In diesem Fall beauftragte das Unternehmen die Glaserei Raschke aus Hohenschönhausen. Die beseitigte auch die zu Bruch gegangenen Scheiben. Und weil der Vertrag zwischen den beiden Firmen vorsah, dass das Bushäuschen einen Tag später in Ordnung zu bringen war, setzten die Mitarbeiter der Firma Raschke noch am 30. April die neuen Scheiben an der Haltestelle der Buslinie 140 in Richtung Tempelhof ein.

Karsten Zander von Wall AG, der die Arbeiten zur Wartung der BVG-Häuschen koordiniert, verteidigt den Glasertermin. „Wir haben dafür zu sorgen, dass sich die Haltestellen jederzeit in gutem Zustand befinden. Die Scherben der kaputten Scheiben mussten sofort weggeräumt werden. Der zusätzliche Aufwand für die Neuverglasung war nur unwesentlich höher als die Beseitigung der Scherben“, sagt Zander. Die Bushaltestelle blieb am 1. Mai verschont. Dafür zerlegten Demonstranten die Haltestelle gegenüber. msch

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