Berlin : Scheinwerfer, die wie Augen gucken

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Der Daimler Motorwagen mit 35 PS war zwar keine Kutsche mehr, doch als er 1901 entworfen wurde, sah er ihr verständlicher Weise noch ähnlicher als der S-Klasse der späten Neunziger. Mit den Scheinwerfern, die einen wie große Augen anblicken, der gar nicht windschnittigen Form und dem hohen Sitz, auf dem man wohl doch wie auf einem Kutschbock saß, markierte dieses Gefährt dennoch die Geburtsstunde des Automobil-Designs bei Mercedes. Die Ausstellung „Faszination Mercedes Design“ in der „Mercedes-Welt“ am Charlottenburger Salzufer zeichnet die Geschichte der Fahrzeug-Gestaltung nach.

Wie also funktioniert Design beim Autokonzern, warum haben sich die Formen über die Zeit so entwickelt und wie hat sich das Aussehen der Nobelkarossen im Laufe des 20. Jahrhunderts verändert? Anhand von zahlreichen Hochglanz-Schautafeln, 26 Automodellen, deren Größe irgendwo zwischen einem Matchbox-Auto und einem normalen Mercedes liegt, und vier ausgewachsenen Ausführungen, wie dem so genannten „Adenauer-Mercedes“, kann der Edel-Kfz-Freund die Entwicklung der Karosserien chronologisch von 1901 bis 1998 verfolgen. Vom kantigen Klotz auf vier Rädern über die amerikanisch-beeinflussten Heckflossen der späten Fünfziger bis zum wellenähnlich aerodynamischen Erscheinungsbild der Neunziger – die sonst meist verpönte Freude an reinen Äußerlichkeiten und an eleganten, metallischen Kurven ist in der Mercedes Welt ausnahmsweise mal erlaubt. Sascha Rettig

Die Ausstellung in der Mercedes-Welt am Salzufer in Charlottenburg geht noch bis zum 2. Juni und ist von Montag bis Freitag zwischen 8 Uhr und Mitternacht, am Sonnabend und Sonntag zwischen 8 und 18 Uhr zu sehen. Der Eintritt ist frei.

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