• Schießerei in Tiergarten war „Milieustreit“ Polizei hatte gegen das Opfer häufig ermittelt

Berlin : Schießerei in Tiergarten war „Milieustreit“ Polizei hatte gegen das Opfer häufig ermittelt

-

Hinter den nächtlichen Schüssen auf ein fahrendes Auto steckt offenbar ein Streit im kriminellen Milieu. Der Anschlag galt Kurt R. (57) aus Tempelhof, gegen den die Polizei häufig ermittelt hat, unter anderem wegen Betrugs und Verstoßes gegen das Waffengesetz. Anwohner hatten Donnerstag gegen 20.15 Uhr in Höhe der Genthiner Straße 11 in Tiergarten beobachtet, dass ein Unbekannter mehrere Schüsse auf einen fahrenden Kleinwagen vom Typ Peugeot 206 abgegeben hat.

Eine Kugel traf den Fahrer am Kopf, er verlor die Kontrolle, rammte einen Pkw und prallte nach 100 Metern am Magdeburger Platz gegen einen Zaun. Kurt R. hatte großes Glück: Gebremst durch die Heckscheibe blieb das Projektil in der Schädeldecke stecken, es drang nicht ins Gehirn ein. Nach Kripoangaben handelte es sich bei der Waffe nur um ein kleines Kaliber – zum Glück für den 57Jährigen.

Er konnte gestern schon im Krankenhaus von der Mordkommission vernommen werden – gesagt hat er nichts Verwertbares. Er sei plötzlich beschossen worden, könne sich an nichts erinnern. Auch wieso er einen Hamburger Mietwagen fuhr, sagte Kurt R. der Kripo nicht.

Zeugen haben bei der Polizei ausgesagt, dass der Schütze sich zuvor dort mit einer unbekannten weiteren Person geprügelt hat. Die Kripo prüft einen möglichen Zusammenhang. Von dem Schützen gibt es nur eine vage Beschreibung: südländischer Typ mittleren Alters mit kräftiger Figur und dunklen Haaren, bekleidet mit einem weiß- schwarz-karierten Pullover.

Die überwiegend von Möbelhäusern gesäumte Genthiner Straße ist abends ebenso wie der Magdeburger Platz an der Ecke zur Lützowstraße für Drogenhandel und Straßenstrich berüchtigt. In der Genthiner Straße hat die gleiche Mordkommission seit zwei Jahren einen ungeklärten Fall. 2002 war ein 80-Jähriger getötet worden, vermutlich von einer Prostituierten. Hinweise: 4664 911801. Ha

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben