Berlin : Schinkel schauen

Ein historisch getreuer Saal entsteht ab heute in der Attrappe der Bauakademie

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Bislang war die im August eröffnete Schaufassade der Schinkelschen Bauakademie am Schloßplatz ein hohler Kasten. Heute sollen Arbeiten am 200 Quadratmeter großen Innenraum beginnen. Dort wird ein historisch getreuer Saal entstehen, wie es ihn einst im ersten Obergeschoss der alten Bauakademie gab. Wände und Decken werden aus Ziegeln gemauert, drei Sandsteinsäulen tragen ein aufwändiges Kappengewölbe. Der Raum wird mit einem Parkettboden versehen, die Wände werden mit Malereien verziert, die Fenster aus Eichenholz gefertigt. Gebaut wird das Ganze von Lehrlingen unter Anleitung des „Bildungsvereins Bautechnik“, finanziert vom Sponsor MercedesBenz.

„Wir wollen zeigen, wie Schinkel gebaut hat und wie Schinkel rekonstruiert werden kann“, sagte Architekt Hans Kollhoff, Präsident des Vereins Internationale Bauakademie Berlin. Das Projekt ist als „Schaubaustelle“ geplant, Besucher können die Arbeiten beobachten. Der Raum soll Anfang 2005 fertig sein, dann für Veranstaltungen und Ausstellungen genutzt werden. Der Saal und die Schaufassade mit der Leinwand, auf der täglich „architekturbezogene Filme“ gezeigt werden, sollen bis mindestens Herbst 2006 stehen bleiben. Bis dahin will der Verein genügend Investoren gewinnen, die den originalgetreuen Wiederaufbau unterstützen.

Die Bauakademie, 1835 eröffnet, war im Krieg beschädigt und dann für den Bau des DDR-Außenministeriums abgerissen worden. Nach der Wende begann die Diskussion um den Wiederaufbau der Akademie. Bund und Berlin machten deutlich, dass sie dafür kein Geld haben.C. v. L.

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