• "Schlag den Raab"-Sieger aus Berlin: Peter Meiners, der Millionär aus Treptow-Köpenick

"Schlag den Raab"-Sieger aus Berlin : Peter Meiners, der Millionär aus Treptow-Köpenick

Peter Meiners hat in der Fernsehshow „Schlag den Raab“ 2,5 Millionen Euro gewonnen. Fast sechs Stunden duellierte er sich mit Showmaster Stefan Raab. Der 34-Jährige lebt mit seiner Familie in Treptow-Köpenick.

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Peter Meiners aus Berlin - Sieger bei "Schlag den Raab".
Der Berliner Peter Meiners, 34, hat Stefan Raab geschlagen.Foto: dpa

Und jetzt? „Kein Plan“, sagt Peter Meiners. Erst einmal freut er sich, schläft aus. Der Rest wird sich zeigen, nur nicht abheben. Ob er es schon begriffen hat?

Berlin hat einen Millionär mehr. Dank Pro 7 und Stefan Raab. Peter Meiners hat in der Nacht zu Sonntag, kurz vor halb 3 Uhr morgens, 2,5 Millionen Euro gewonnen, indem er einen Flummi in einen Plastikbottich hat hüpfen lassen. „Schlag den Raab“ heißt die Sendung, in der Kandidaten gegen Showmaster Stefan Raab antreten. Sport, Geschicklichkeit, Allgemeinbildung – die Kandidaten müssen eigentlich alles können, denn bei „Schlag den Raab“ kann alles passieren.

Dass Peter Meiners, 34, aus Treptow-Köpenick einiges kann, zeigte schon sein Vorstellungsfilm, da war es 20.30 Uhr und noch beste Samstagabend-Sendezeit. Basketball in der Regionalliga hat er gespielt, Tischtennis, er hat einen Fitnessclub gegründet, ist Mitglied im Berliner Quizverein und hat zweimal an der Quiz-WM teilgenommen. Was soll da schiefgehen? Der Jurist arbeitet als Medienanalyst, wertet Medienberichte für Politiker aus, früher hat er für die CDU im Konrad-Adenauer-Haus gearbeitet. Seine Freunde beschreiben ihn als nervenstark, er hat eine acht Monate alte Tochter, wirkt wie jemand, der dieses Ding hier rocken könnte.

Es war die längste Sendung aller Zeiten

Doch Moment, so einfach ist es eben nicht, gegen Raab zu gewinnen, sonst längen im Jackpot an diesem Abend nach vier Raab-Siegen in Folge nicht 2,5 Millionen – und das Sendekonzept wäre längst überholt. Was dem 48-jährigen Entertainer an Kondition fehlt, macht er mit Ehrgeiz und der Fähigkeit, sich unglaublich schnell auf neue Dinge einzustellen, wieder wett. In der längsten Sendung aller Zeiten duellieren sich denn auch Raab und Meiners in Disziplinen wie Abrollen von Klebeband, Fahrrad-Cross-Verfolgung, Menschenkenntnis, Einschrauben von 50 Glühbirnen, Schnipsduell, „Blamieren oder Kassieren“, Fußball-Doppelpass, Säckchenwerfen und Erbsen mit Stäbchen auf Röhrchen legen. Es geht hin und her, die Entscheidung muss im 15. Spiel fallen.

„Ringing the Bull“ heißt es, von Moderator Steven Gätjen als beliebtes Pubspiel in Großbritannien vorgestellt. Dass diese Aufgabe jemals irgendein besoffener Engländer geschafft haben soll, ist allerdings schwer vorstellbar. Ein kleiner Eisenring, nicht größer als ein Pfirsich, baumelt an einer langen Schnur, befestigt an einer Art Galgen. Aufgabenstellung: Der Ring muss über einen Haken am Ständer, mehrere Meter entfernt. Schwing hin, schwing zurück, es klappt nicht, was vor allem daran liegt, dass der Haken nach oben geöffnet ist und die Kandidaten einfach zu weit weg stehen. Und schließlich ist es ja auch schon ganz schön spät, weit nach 1 Uhr morgens, als Stefan Raab und Peter Meiners versuchen, diese letzte von 15 Aufgaben zu lösen. Vielleicht würde etwas Alkoholeinfluss helfen.

Peter Meiners will Reisen und viele Kinder

Eine Stunde später haben die Sendeverantwortlichen ein Einsehen. Das Spiel wird ausgetauscht, zum ersten Mal in der Sendegeschichte. Ein Flummi soll in einen Bottich, das sollte doch zu schaffen sein. Um 2.23 Uhr landet Peters Gummiball in der Kiste. Den Moment des Sieges hat er „quasi verpasst“, sagt Meiners später. „Ich habe nicht gesehen, dass ich das Ziel getroffen habe.“ Erst durch den Jubel habe er es bemerkt. Meiners muss noch kurz zittern, ob Stefan Raab nachlegt: Dann regnet es Flitter und fünf durchsichtige Koffer voller Geld werden ins Studio getragen.

Große Emotionen wie bei vielen der 14 vorigen Sieger sieht das Publikum allerdings nicht. Der Berliner im gelben T-Shirt mit der Aufschrift „Wörk“ ist eher ein stiller Typ, will auch am Tag danach keine Interviews geben und erst einmal alles auf sich zukommen lassen. Reisen will er, sich ein neues Fahrrad kaufen – und mit seiner Freundin so viele Kinder wie möglich bekommen, sagt er. Und seine Geschwister sollen etwas abbekommen.

Nur eine Sache ärgert Peter Meiners. Moderator Steven Gätjen soll den Ring beim dritten Versuch über den Haken befördert haben. „Das will ich gar nicht hören“, sagt er. Es ist ja gut ausgegangen. Auch wenn es 368 Minuten gedauert hat.

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