Berlin : Schlagabtausch vorm Urnengang Diskussionen zu den Bühnen am Ku’damm

Am Sonntag können alle Charlottenburg-Wilmersdorfer Wahlberechtigten in einem Bürgerentscheid über die Forderung des Vereins „Rettet die Ku’damm-Bühnen“ abstimmen, das Theater und die Komödie am Kurfürstendamm im Originalzustand zu erhalten. Dazu gab es am Montag eine Diskussion der Industrie- und Handelskammer (IHK) im Amerika-Haus.

Ein Vertreter der irischen Firma Ballymore, die das Ku’damm-Karree für 500 Millionen Euro umbauen will, reagierte auf Zweifel an der Finanzierung: Eine irische Bank stehe zu ihrer Kreditzusage, nachdem Gutachter das Projekt 2010 überprüft und hervorragend bewertet hätten. Nur der lange politische Streit gelte als Risiko. Herrsche bis Monatsende keine Klarheit, stehe eine „Neubewertung“ bevor. Theaterintendant Martin Woelffer sagte auf Nachfragen, dass für die auf drei Jahre geschätzte Umbauzeit noch immer eine Ersatzspielstätte fehle. Offen ist auch die Zukunft der Ausstellung „Story of Berlin“ im Ku’damm-Karree.

Am heutigen Dienstag folgt eine Podiumsdiskussion der „Kurfürstendamm Interessengemeinschaft“ mit Investorensprecher Armin Huttenlocher, Bezirkswirtschaftsstadtrat Marc Schulte und BVV-Vorsteherin Marianne Suhr (beide SPD), Jochen Brückmann von der IHK sowie der Grünen-Abgeordneten Franziska Eichstädt-Bohlig, die den Rettungsverein vertritt. Cay Dobberke vom Tagesspiegel moderiert die Veranstaltung (19 Uhr, Bristol Bar Kempinski, Ku’damm 27).

Der Bürgerentscheid soll das Bezirksamt auffordern, „alle geeigneten planungsrechtlichen Instrumente auszuschöpfen“, um die Bühnensäle aus den 20er Jahren zu sichern. Das Votum ist aber nicht bindend. Die BVV hatte jüngste Pläne des Architekten David Chipperfield akzeptiert, die im dritten Stock eine Ersatzbühne mit 650 Plätzen und im Parterre einen Eingang mit Ticketkasse vorsehen. Tsp

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