Berlin : Schlagstöcke im Bahnhof

Immer wieder Lichtenberg: Polizei stoppt in der Nacht 14 Rechtsextremisten

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Ein massives Aufgebot der Polizei hat in der Nacht zu Sonnabend gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen Links- und Rechtsextremisten in Lichtenberg verhindert. Im Bahnhof wurden gegen 21 Uhr 14 Rechte gestoppt und entwaffnet. Bei den zwölf Männern und zwei Frauen wurden drei Teleskopschlagstöcke sowie Reizgas und Pfefferspray gefunden. Die Gegenstände wurden sichergestellt. Bei allen Personen stellten die Beamten die Identität fest, anschließend wurde ihnen Platzverweise erteilt. Die zwölf Männer bekamen von der Bahn schriftliche Hausverbote – damit ist ihnen jetzt dauerhaft das Betreten eines ihrer liebsten Aufenthalts- und Sammelpunkte verboten. Wohin die rechte Clique wollte, ist unklar. Wie gestern berichtet, war in dieser Woche die Gewalt zwischen beiden Lagern eskaliert. Am Sonntag hatten unbekannte Rechtsextremisten den PDS-Jungpolitiker Kirill Jermak mit einer Flasche niedergeschlagen. Jermak hatte sich tags zuvor auf der linken Silvio-Meier-Gedenkdemonstration als Anmelder hervorgetan. Aus Rache hatten drei vermummte Linke am Mittwoch zwei bekannte „Größen“ der rechten Szene – Sebastian Z. und Stefanie P. – mit Pfefferspray und Schlägen angegriffen. Beide Attacken geschahen im Bahnhof Lichtenberg, die Fahndung nach den Tätern blieb bislang ohne Ergebnis.

Unterdessen hat die rechte Szene der Polizei vorgeworfen, desinteressiert zu ermitteln. In einem Internet-Forum der Neonazis wird der „Ermittlungseifer“ des polizeilichen Staatsschutzes der Polizei verspottet, die ermittelnde Beamtin wird mit vollem Namen genannt. Diese will dagegen aber nicht vorgehen.

Wie berichtet, warnt der Verfassungsschutz, dass bei der rechten Szene „das Androhen von Gewalt sowie gewalttätiges Verhalten gegenüber Polizeibeamten zugenommen haben“. Seit etwa zwei Jahren wird verstärkt beobachtet, dass Links- wie Rechtsextremisten Fotos, Namen und Adressen des politischen Gegners sammeln und diese ins Internet stellen. So hat die Antifa von zwei der im Bahnhof überprüften Neonazis, Mike T. und Sebastian S., Fotos veröffentlicht. Im Visier sind aber auch missliebige Polizisten: Mitte November hatten vermutlich Rechtsextremisten in Grünau einen Beamten der Spezialeinheit PMS (Politisch motivierte Straßengewalt) angegriffen und schwer verletzt. Ha

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