Berlin : Schlamassel

Claudia Keller

sorgt sich um den Frieden in der Jüdischen Gemeinde In Berlins Jüdischer Gemeinde ist der Streit zum peinlichen Dauerzustand geworden. In den Sitzungen des Gemeindeparlaments fliegen die Fetzen, ehrenwerte Bürger, Geschäftsleute und solche, die es sein wollen, beschimpfen einander mit Tiernamen, zuweilen kommt es zum Handgemenge. Es ruhen einzig die Amtsgeschäfte. Immerhin muss ein millionenschweres Vermögen verwaltet werden. Ein schöner Schlamassel. Dabei streitet man sich nicht mal um die Gemeindepolitik. Die Pflege persönlicher Eitelkeiten und Animositäten scheint zur Hauptbeschäftigung geworden zu sein. Man könnte mit den Schultern zucken, oder das Spektakel nur amüsiert beobachten. Da passiert wenigstens was, anders als auf den Kirchensynoden. Und überhaupt, war es nicht schon immer so? Hier, in Berlin, wo Mentalitäten aus Ost und West aufeinander prallen.

Aber die Jüdische Gemeinde ist kein privater Klüngel, sondern eine mit Steuergeldern finanzierte Institution, der wir mit Respekt begegnen. Gilt da nicht auch für die Gemeindevertreter das Gebot, sich in der Öffentlichkeit an ein Mindestmaß an Höflichkeit und Anstand zu halten? (Seite 10)

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