• Schlangenbader Straße: Mieter müssen 20 Monate Miete nachzahlen - DeGeWo hat "ein schlechtes Gewissen"

Berlin : Schlangenbader Straße: Mieter müssen 20 Monate Miete nachzahlen - DeGeWo hat "ein schlechtes Gewissen"

C. v. L.

Eine unzureichende Mieterinformation und Mängel bei der Organisation wirft der Berliner Mieterverein der städtischen Wohnungsgesellschaft DeGeWo vor. Das Unternehmen hatte zuvor den Mietern der im Sozialen Wohnungsbau errichteten Wohnanlage Schlangenbader Straße mitgeteilt, sie müssten Miete nachzahlen - für 20 Monate. Die DeGeWo versicherte gestern, sie habe ein schlechtes Gewissen, die betroffenen rund 1200 Mieter könnten in Raten zahlen, man werde sich "großzügig verhalten".

Immerhin geht es um Nachschläge von bis zu fast 1000 Mark. Die Mieter sind empört, Mieterverein-Hauptgeschäftsführer Hartmann Vetter aber gab zu, dass rechtlich keine Einwände zu machen sind. Beim Sozialen Wohnungsbau seien rückwirkende Mietererhöhungen bis höchstens zwei Jahre zulässig und Nachforderungen dieses Ausmaßes "passieren in Berlin ständig".

Die DeGeWo hatte den Anstieg der Quadratmeterpreise um 59 Pfennig mit einem "überproportionalen Abbau der Fördermittel beim Übergang von der regulären zur Anschlussförderung" begründet. So hätte sich zum 1. Januar 1999 die Miete auf 8,42 Mark pro Quadratmeter erhöhen müssen, eine "zeitnahe Bearbeitung" der Mieterhöhungserklärungen sei aber aus betrieblichen Gründen nicht möglich gewesen.

Es habe eine Vielzahl von Änderungen bei den Förderungsbedingungen für die insgesamt 20 000 Sozialwohnungen des Bestandes in den letzten zwei, drei Jahren gegeben. Die zwei Mitarbeiterinnen seien bei der Bearbeitung "nicht hinterhergekommen".

Kürzlich war für die Wilmersdorfer Autobahnüberbauung "Schlange" das 20-jährige Bestehen gefeiert worden.

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