Berlin : Schlicht und eindringlich

Das Olympiastadion erhält eine Gedenksäule

Marc Neller

Auch das Olympiastadion bekommt jetzt einen „Ort der Information“. Bis Ende dieses Jahres soll eine 18 Meter hohe Lichtsäule aus Glas und Beton auf dem Olympischen Platz vor dem Stadion stehen. Ausgestattet mit vier integrierten Bildschirmen und einem Informationsprogramm zur Geschichte des Stadions, der Sportstätten und der Olympiade 1936. In dem Stadion hatte Adolf Hitler 1936 die Olympischen Sommerspiele eröffnet

Mit einem minimalistischen Entwurf hat das Berliner Architektenbüro Zerr Hapke Nieländer die Ausschreibung für den „Ort der Information“ vor dem Olympiastadion gewonnen. Die dreiköpfige Architekten-Jury entschied sich für diesen Entwurf, weil er „die faschistische Symmetrie des Platzes auf eine bescheidene, aber bestechende Weise bricht“, wie Jury-Mitglied Norbert Radermacher gestern im Deutschen Sportforum sagte. Dort wurde der Gewinner vorgestellt. Die Entscheidung sei zuletzt einstimmig gefallen. Die drei Architekten hätten erst gar nicht versucht, die monumentale Bauweise des Stadions und des Platzes zu übertrumpfen. „Das wäre schlicht nicht möglich gewesen. Auch das spricht für den Entwurf“, sagte der Berliner Kunsthistoriker Hans-Ernst Mittig.

Einen Termin für den Baubeginn gibt es bisher nicht. „So schnell wie möglich“, heißt es aus der Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung und Kultur.

Die Installation soll zwischen 280000 und 300000 Euro kosten – teurer durfte sie laut Ausschreibung auch nicht werden. Mitte März wurde der Wettbewerb ausgeschrieben. Die Architekten hatten zwei Monate Zeit, ihre Entwürfe einzureichen und sie vorzustellen.

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