Schließung des Stattbad-Clubs in Wedding : Bezirk will nach Ersatzstandort suchen

Die Partys im ehemaligen Stadtbad Wedding gehören der Vergangenheit an. Der Club musste wegen fehlender Brandschutztechnik schließen. Der Baustadtrat will aber "kein Spaßverderber" sein.

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Das Stadtbad Wedding in der Gerichtsstraße wird seit vielen Jahren für Ausstellungen und Events genutzt. Seit 2013 gab es im Keller auch Clubnächte.
Das Stadtbad Wedding in der Gerichtsstraße wird seit vielen Jahren für Ausstellungen und Events genutzt. Seit 2013 gab es im...Foto: Jens Kalaene/dpa

Für die Ateliers, Büros und das Café im Stadtbad Wedding soll eine schnelle Lösung gefunden werden. Das kündigte Baustadtrat Carsten Spallek (CDU) an. Die Räume könnten, wenn die nötigen Unterlagen vorliegen und geprüft sind, wieder freigegeben werden. Für den Club im Keller des ehemaligen Schwimmbads dagegen sieht er kaum Chancen. Die fehlende Brandschutztechnik könnte mit hohem finanziellen Aufwand möglicherweise nachgerüstet werden, aber wegen des Lärmschutzes sei ein Club an diesem Standort nicht genehmigungsfähig. Spallek schlug vor, nach einer Ersatzlocation zu suchen. „Wir sind ja keine Spaßverderber.“

„Die Clubnutzung war nicht genehmigt worden und kann auch künftig nicht in Aussicht gestellt werden“, sagte Spallek am Freitag auf einer Pressekonferenz. Die Baugenehmigung für den Umbau des ehemaligen Hallenbads aus dem Jahr 2012 schloss nach Spalleks Angaben eine Nutzung als Club oder Diskothek ausdrücklich aus. Die Gerichtstraße sei allgemeines Wohngebiet, da könne wegen des Lärmschutzes kein Clubbetrieb gestattet werden.

Der Umbau selbst sei dem Bauamt nie angezeigt worden. Im Keller des Stadtbads einen Club zu betreiben, sei wegen des fehlenden Brandschutzes „grob fahrlässig gewesen“, sagte Spallek. Weder der Eigentümer Arne Piepgras noch die Betreiber Daniel Plasch und Jochen Küpper waren für eine Stellungnahme zu erreichen. Erst ein anonymer Hinweis hatte das Bezirksamt aufmerksam gemacht, zuvor konnten die Betreiber offenbar jahrelang unbehelligt agieren.

Trotz Förderung von Veranstaltungen durch den Bezirk und einem Antrag auf Genehmigung einer Außenterrasse fiel der illegale Club nicht auf. Spallek verteidigte seine Mitarbeiter. „Es kann nicht bei jedem Förderantrag alles abgeprüft werden.“ In erster Linie stünden der Eigentümer und die Betreiber in der Verantwortung.

Olaf Möller, Vorsitzender der Clubcommission, kritisierte das Vorgehen Spalleks. Er findet es „befremdlich“, dass der Baustadtrat die Angelegenheit per Pressemitteilung öffentlich machte. Die Club-Betreiber hätten allenfalls „unbekümmert“ gehandelt und seien jetzt mit „massiven finanziellen Probleme“ konfrontiert. Für die ebenfalls im Stattbad angesiedelten Künstler gehe es um die Existenz.

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