Berlin : Schließung von Tempelhof in Frage gestellt

Widerstand kommt von Luftfahrtunternehmen

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Auch die von der Flughafengesellschaft FBS jetzt zum 31. März 2007 angestrebte Schließung des Flughafens Tempelhof scheint in Frage gestellt. Die betroffenen Luftfahrtunternehmen haben angekündigt, an ihrem Widerstand festzuhalten. Bestärkt sehen sie sich vom Leipziger Bundesverwaltungsgericht. In der schriftlichen Begründung des Urteils zum Bau des Flughafens BBI in Schönefeld heißt es, dass eine Schließung von Tempelhof vor der für Ende 2011 vorgesehenen Inbetriebnahme des neuen Airports für die Planrechtfertigung nicht relevant ist.

Die ursprünglich bereits zum 31. Oktober 2004 verfügte Entlassung der Flughafengesellschaft aus der Betriebspflicht für Tempelhof war im Eilverfahren vom Oberverwaltungsgericht gekippt worden. Der Termin für die Hauptverhandlung wurde wegen des jetzt zur Debatte stehenden Änderungsbescheides ausgesetzt. Die Luftfahrtbehörde hat die Nutzer des Flughafens aufgefordert, sich bis zum 3. Juli zum neuerlichen Schließungsantrag zu äußern. Die Zeit sei viel zu kurz für eine juristische Prüfung und eine detaillierte Stellungnahme, erklärten dazu die Inhaber der Geschäftsreise-Fluggesellschaften Bizair und Windrose Air, Andreas Peter und Thomas Stillmann. Deshalb werde man eine Fristverlängerung beantragen. Damit könnte das Ziel des Senats, den Bescheid noch vor den Abgeordnetenhauswahlen zu erlassen, ins Wanken geraten.

Der angestrebte Umzug der Geschäftsflieger nach Schönefeld-Süd stößt auf heftigen Widerstand. Die lange Anfahrt sei bei der auf Schnelligkeit bedachten Klientel ein unerträglicher Wettbewerbsnachteil, so Andreas Peter. Auch die Linienfluggesellschaften befürchten bei dem für sie vorgesehenen Umzug nach Tegel Einbußen. „Wir sind nach wie vor der Meinung, dass die Stadt unbedingt diesen Flughafen braucht“, sagt Matthias Andreesen von der dba. Sie hat mit ihren Köln/Bonn-Flügen für einen kräftigen Aufschwung in Tempelhof gesorgt. Bis Ende Mai wurden hier 279 000 Passagiere gezählt, 60 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. du-

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