Berlin : Schloss-Entscheidung bleibt umstritten Libeskind: „Traurig für Berlin“

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Kurz vor dem Start der von Kulturstaatsminister Julian Nida-Rümelin (SPD) geleiteten „Arbeitsgruppe Schlossareal“ zur Bebauung des Berliner Schlossplatzes wird weiter um den Wiederaufbau gestritten. Während der Förderverein um Schlossbefürworter Wilhelm von Boddien am Wochenende bereits mit dem Spendensammeln begann, sind auch zahlreiche kritische Stimmen zu hören. Der Bundestag hatte am Donnerstag mehrheitlich für die Wiedererrichtung der barocken Fassade des 1959 gesprengten Hohenzollernschlosses votiert.

Nach Ansicht des Architekten Günter Behnisch macht der geplante Wiederaufbau der historischen Fassade des Schlosses architektonisch keinen Sinn. „Das neue Berlin sollte auch sein neues Gesicht in seiner Mitte zeigen“, sagte der Erbauer des letzten Bundestages in Bonn. Der Berliner CDU-Landesvorsitzende Christoph Stölzl hingegen sagte in der „Süddeutschen Zeitung“, wer den Schlossplatz mit seiner „Ödnis, Leere und Tristesse“ kenne, könne einen Wiederaufbau nur begrüßen. Der Architekt des Jüdischen Museums, Daniel Libeskind, erklärte, der Wiederaufbau sei „eine sehr traurige Entscheidung für Berlin“. Für den Historiker Hans Mommsen ist eine Rekonstruktion des Schlosses „die Krone der Phantasielosigkeit“.

Die Finanzierung des Stadtschlosses ist noch völlig offen. Die „Arbeitsgruppe Schlossareal“ wird am Mittwoch ihre Arbeit aufnehmen. Sie soll Nutzungs- und Finanzierungslösungen erarbeiten. dpa

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