Berlin : SCHLOSS SCHÖNHAUSEN: DIE VERNACHLÄSSIGTE IMMOBILIE

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BENUTZT

In dem 1664 auf dem Rittergut Niederschönhausen erbauten Schloss verstaute das NS-Regime in den dreißiger Jahren „entartete Kunst“. Im Zweiten Weltkrieg wurde es beschädigt. In der Wendezeit fanden hier auch die Zwei-plus-Vier-Verhandlungen über die Wiedervereinigung statt.

Nach der Wende gehörte das Schloss zunächst dem Bundesvermögensamt und wurde als Gästehaus der Bundesregierung genutzt. Seit 1997 bemühte sich der Liegenschaftsfonds des Landes Berlin darum, das Anwesen zu verkaufen. In den darauffolgenden Jahren zerfiel das Haus jedoch zusehends.

GEPLANT

Im Frühjahr 2002 stürzte der Säulengang in sich zusammen. Ein Jahr später sollte das Schloss zur Übergangsresidenz des Bundespräsidenten für die Dauer der Sanierung von Schloss Bellevue umgebaut werden. Wegen der veranschlagten Kosten von zwölf Millionen Euro wurde dieser Plan aber wieder aufgegeben. Eine Bürgerinitiative demonstrierte im Januar 2004 vor dem Schloss. Der Vorwurf: Niemand fühle sich für das Gebäude verantwortlich. Ein Jahr später wurde Schloss Schönhausen vom Land Berlin an die „Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg“ übergeben – für die Sanierung sind 8,6 Millionen Euro Fördermittel bereitgestellt geworden. Dass der Bau erst jetzt saniert wird, liege auch daran, dass es in Berlin schlimmere Fälle von Verfall alter Gebäude gebe, vermuten Experten. Die Eröffnung des Schlosses ist für 2009 geplant, die Restaurierung wird dann aber noch nicht abgeschlossen sein. hah

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