Berlin : Schloss Schönhausen wird saniert Tag der offenen Tür

am kommenden Sonntag

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Als Notquartier des Bundespräsidenten hätte Schloss Schönhausen in Pankow wieder richtig berühmt werden können. Aber kurz bevor das Staatsoberhaupt im vorletzten Sommer mit dem Umzug beginnen sollte, machte ein HolzschutzmittelGutachten die Planung zunichte. Große Teile des ungenutzten Hauses galten als belastet. Das Bauwerk versank dann nach kleineren Sanierungsarbeiten wieder in der Bedeutungslosigkeit. Nun wird das Barockschloss vom Land an die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten übertragen.

Es soll nach Auskunft der Finanzbehörde saniert und spätestens 2009 komplett der Öffentlichkeit übergeben werden. Bereits am kommenden Sonntag ist an der Tschaikowskistraße 1 von 11 bis 16 Uhr ein Tag der offenen Tür vorgesehen, wo sich die Besucher ein Bild von der maroden Pracht des Hauses machen können. Senat und Stiftung wollen die notwendigen Sanierungsarbeiten, die Restaurierung und die geplante Museumskonzeption am Freitag im Detail erläutern. Schloss und Garten, so hieß es, bereicherten auf Grund ihrer Geschichte die von der Stiftung betreuten 35 Museen in Berlin und Brandenburg.

Im 18. Jahrhundert gehörte das Schloss der Königin Elisabeth Christine, der Frau Friedrichs des Großen. Teile der alten Ausstattung sind original erhalten. Zu DDR-Zeiten residierte hier der erste Präsident, Wilhelm Pieck, bis 1989 wurde es als Gästehaus der Ost-Berliner Regierung genutzt. Es war dann Ort des „Zentralen Runden Tisches“ und der „Zwei-plus-Vier-Gespräche“ zur Vorbereitung der Deutschen Einheit. Das Schloss, betonte die Stiftung, habe in der jüngeren Vergangenheit – vergleichbar mit Schloss Cecilienhof in Potsdam – eine besondere historische Rolle gespielt. Mit der Sanierung wolle man der wieder gerecht werden. C. v. L.

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