Berlin : Schlossherren wollen ihren Streit beilegen

HU-Präsident Markschies macht Gesprächsangebot

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Im Streit um die künftige Nutzung des Stadtschlosses will der Präsident der Humboldt-Universität, Christoph Markschies, jetzt auf die Zentral- und Landesbibliothek zugehen. Es sei jetzt nicht der Zeitpunkt, um „mit gezückten Messern aufeinander loszugehen“, sagte Markschies dem Tagesspiegel. Nach der Entscheidung zum Schlossbau sei vielmehr eine „neue Situation entstanden, in der Gespräche nötig sind“. Er wolle sich dafür einsetzen, dass die Bibliothek angemessen berücksichtigt werde.

Um die 5000 Quadratmeter Landesfläche im künftigen Humboldt-Forum tobt seit der Entscheidung zum Schlossbau ein heftiger Streit. Die Zentral- und Landesbibliothek (ZLB) hatte am Montag angekündigt, um den erhofften Platz „kämpfen“ zu wollen. Jochen Brüning, der für die Unipläne im Humboldt-Forum mitverantwortlich ist, schoss gestern zurück: Die HU brauche ihrerseits die gesamte Fläche, um ihre wissenschaftlichen Sammlungen angemessen präsentieren zu können.

Markschies hatte sich zu dem Streit bislang nicht geäußert – er war in Rumänien, wo ihm eine Ehrendoktorwürde verliehen wurde. Der HU-Präsident sagte jetzt, der Uni ginge es nicht darum, isoliert einen Teil ihrer wissenschaftlichen Sammlungen zu präsentieren. Genauso wenig könne es Ziel der Staatlichen Museen sein, ihre außereuropäischen Sammlungen ohne Bezug zur Wissenschaft zu zeigen. Vielmehr müsse es ein „integriertes Konzept“ für eine „Freistätte von Kunst und Wissenschaft“ geben. Ein ausführliches Konzept wolle er demnächst gemeinsam mit Klaus-Dieter Lehmann, dem Präsidenten der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, der Öffentlichkeit vorstellen. Es solle zuvor ausgelotet werden, welche Rolle die Bibliothek dabei spielen könne.

Am Montag hatten Bundesbauminister Wolfgang Tiefensee und der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (beide SPD) einen Kompromiss bei der Finanzierung des Baus verkündet. Berlin wird sich mit 32 Millionen Euro beteiligen und erhält 5000 Quadratmeter Nutzfläche im künftigen Humboldt-Forum. Baubeginn soll 2010 sein, Eröffnung voraussichtlich gut zwei Jahre später. tiw

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