Berlin : Schlossplatz: Erste öffentliche Anhörung

C. v. L.

Zur Zukunft des Schlossplatzes veranstaltet die Expertenkommission "Historische Mitte" an diesem Mittwoch im Roten Rathaus ihre erste öffentliche Anhörung. Den ganzen Tag über sollen 14 Interessengruppen den 17 Experten ihre Vorschläge für eine Nutzung und Bebauung des zentralen Platzes in Berlins historischem Kern präsentieren. Dazu gehören sowohl Gruppen, die sich für den Wiederaufbau des 1950 gesprengten Stadtschlosses einsetzen, als auch Initiativen, die für eine Erhaltung des DDR-Palastes der Republik kämpfen.

Das von Bund und Land eingesetzte Expertengremium will bis Ende des Jahres eine klare Empfehlung zu Nutzung, Gestalt und Finanzierung eines Baus auf dem Platz abgeben. Nach zwei Treffen hatten die Fachleute einen Bau mit einem europaweit einmaligen Museum, Bibliothek und Veranstaltungszentrum ins Gespräch gebracht. Dazu favorisieren sie die seit längerem diskutierte Verlegung der Außereuropäischen Sammlungen von Dahlem auf die Museumsinsel.

Nach einführenden Worten des Kommissionsvorsitzenden Hannes Swoboda kommen heute unter anderem die Gesellschaft zum Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses, der Rat für Stadtentwicklung, die Humboldt-Universität, die Stiftung Preußischer Kulturbesitz, die Gesellschaft Historisches Berlin und die Zentrale Landesbibliothek Berlin zu Wort. Nach einer Mittagspause werden der Verein zur Erhaltung des Palastes der Republik, die Historische Kommission, der Förderverein Berliner Stadtschloss, der Hotel- und Gaststättenverband Berlin und die Stadtteilvertretung Speeinsel gehört.

Der Platz steht heute bis auf den ehemaligen Palast der Republik leer, dessen Asbestbeseitigung noch andauert. Bis 1950 stand hier das Hohenzollernschloss, Sitz von Königen und Kaisern. Über einen möglichen Wiederaufbau des Schlosses, die Erhaltung des Palastes oder einen Neubau wird seit mehr als zehn Jahren gestritten.

Die Kommission will auch Empfehlungen geben, wie das ehemalige Staatsratsgebäude genutzt werden soll, das Ende des Monats nach dem Auszug des provisorischen Bundeskanzleramtes weitgehend verwaist sein wird. Dem Gremium, dessen Geschäftsstelle im Bundesbauministerium untergebracht ist, gehören unter anderem Architekten, Historiker, Wirtschaftsexperten und als "Moderatoren" mehrere Poltiker an, unter anderem Bundestagspräsident Wolfgang Thierse.

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