Schlossplatz : Wowereit für provisorische Kunsthalle

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit hat sich nachdrücklich für den Bau einer temporären Kunsthalle auf dem Berliner Schlossplatz ausgesprochen.

Berlin - Er unterstütze das Vorhaben von Privatinitiativen, bis zum Baubeginn des so genannten Humboldt-Forums ein provisorisches Ausstellungshaus für zeitgenössische Kunst zu errichten, sagte Wowereit (SPD) im Kulturausschuss des Abgeordnetenhauses. Über das Projekt, für das zwei Entwürfe vorliegen, wolle die Kulturverwaltung noch in diesem Jahr entscheiden.

Eine Initiative der Kunstzeitschrift "Monopol" und des Berliner Büros Graft Architekten hat den Vorschlag für einen bis zu 22 Meter hohen und rund 1000 Quadratmeter großen Bau vorgelegt. Dagegen will die Initiative "White Cube" nach Plänen des österreichischen Architekten Adolf Krischanitz eine eingeschossige, rund 600 Quadratmeter Meter große Halle bauen. Vertreter beider Initiativen sprachen vor dem Ausschuss von zahlungskräftigen Sponsoren, die für den jeweiligen Bau aufkommen wollten.

Forderung nach einem ständigen Museum

Nach dem Kompromiss mit dem Bund für einen zügigen Baubeginn auf dem Schlossplatz habe sich die Zeit für eine Zwischennutzung des Schlossplatzes jedoch deutlich verkürzt, sagte Wowereit. Nach den bisherigen Stand sollen die Arbeiten auf dem Schlossplatz im Jahr 2010 beginnen. Damit liege die Zeit für eine Zwischennutzung bei "einem Jahr plus", betonte der Regierende Bürgermeister.

Ein Vertreter der Akademie der Künste äußerte sich skeptisch zur Finanzierung des Projekts. Im Vordergrund müsse die Klärung der Betriebskosten stehen, sagte der Leiter der Abteilung Bildende Künste, Robert Kudielka. Mehr als ein Provisorium brauche Berlin einen ständigen Ort zur Präsentation aktueller Kunst. Auch der Leiter des Museums für Gegenwart Hamburger Bahnhof, Eugen Blume, sprach sich für eine ständige Kunsthalle in Zusammenarbeit mit bestehenden Kunsthäusern wie dem Künstlerhaus Bethanien und den Kunst-Werken aus. (tso/dpa)

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