Architektur : Tiefensee: Berliner Stadtschloss bis Ende 2013 fertig

Bundesbauminister Wolfgang Tiefensee (SPD) bleibt optimistisch: Bis 2013 soll das Berliner Stadtschloss fertiggestellt sein - wie bisher geplant. Ein Jahr später könnte es dann für Besucher zugänglich sein, Am kommenden Freitag wird der Siegerentwurf des Architektenwettbewerbs vorgestellt.

Stadtschloss Foto: dpa
Die historische Fassade des neuen Berliner Stadtschlosses gehört zu den Vorgaben des Bundes. -Foto: dpa

Berlin/Frankfurt am MainDer Wiederaufbau des Stadtschlosses als Humboldt-Forum soll nach den Worten von Bundesbauminister Wolfgang Tiefensee (SPD) wie geplant bis Ende 2013 fertiggestellt sein. Danach würden die künftigen Nutzer wie die Stiftung Preußischer Kulturbesitz und die Humboldt-Universität noch ein Jahr benötigen, um sich einzurichten, sagte Tiefensee in einem Gespräch mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Samstag). Der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger, sagte in derselben Ausgabe zu dem ehrgeizigen Zeitplan: "2013/14 wäre großartig - wenn es dann aber doch Anfang 2015 werden sollte - 25 Jahre deutsche Einheit, das wäre doch ein tolles Datum".

Voraussetzung ist laut Tiefensee ein Entwurf, der im Bundestag eine breite Mehrheit findet. Der Bauminister will eine Lösung, "die anders als beim Römer in Frankfurt oder dem Schloss in Braunschweig einen Weg weist, wie man in unserem Jahrhundert mit einer solchen Aufgabe umgehen kann". Der Siegerentwurf des Architektenwettbewerbs soll am kommenden Freitag (28. November) vorgestellt werden. Der Bundestag könnte dann schon im ersten Vierteljahr 2009 eine Entscheidung zur Realisierung des Entwurfs fällen. Das Parlament hatte 2002 den Wiederaufbau des Stadtschlosses mit der Rekonstruktion der historischen Barockfassaden für insgesamt 552 Millionen Euro beschlossen. Die Kosten für die Einrichtung des Humboldt-Forums kommen dazu.

"Ort der Weltkulturen"

Laut Tiefensee will der Bund als Bauherr eine gemeinnützige Stiftung errichten, "die die Aufgaben bündelt und die Bauherrenfunktion übernimmt". Laut Parzinger sollen im Innern des Neubaus auch historische Raumfolgen des früheren Hohenzollernschlosses wie zum Beispiel die königlichen Kunst- und Wunderkammern im alten Zustand nachgebaut werden. Damit werde das neue Humboldt-Forum auch geschichtlich verankert, da die ersten Museumssammlungen im Schloss gewesen seien. Auch die naturkundliche Sammlung der Humboldt-Universität habe hier ihren Ursprung. "Das, was aus dem Schloss hervorgegangen ist, kehrt jetzt dorthin zurück."

Für Parzinger, der zurzeit nach eigenen Worten in ganz Europa das Schloss-Projekt vorstellt, stehen Museumsinsel und Schloss in einem inhaltlichen Zusammenhang. "Beide zusammen sind der Ort der Weltkulturen." Überlegungen, für das Humboldt-Forum einen Generalintendanten einzusetzen, sind Parzinger nicht bekannt. Vor einer Woche waren solche Erwägungen aus Kreisen der Bundesregierung bekannt geworden. Parzinger plädiert für einen Intendanten, der für die Bespielung der Agora, des Versammlungs- und Veranstaltungsraums, zuständig sein soll. Ihm sollte ein Programmbeirat zur Seite stehen, in dem auch die am Humboldt-Forum beteiligten Einrichtungen vertreten sind. "Für den Gesamtbetrieb braucht man keinen Intendanten." (saw/dpa)

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