Ausstellung : Die Schau zum Bau des Humboldt-Forums

Schon im kommenden Sommer sollen sich Besucher über das Innere des künftigen Humboldt-Forums informieren können. Am 9. Juli eröffnet eine Ausstellung im Alten Museum.

Matthias Oloew
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So könnte die Fassade des Humboldt-Forums aussehen -Simulation: Föerderverein Berliner Schloss e.V.

Schon im kommenden Sommer sollen sich Besucher über das Innere des künftigen Humboldt-Forums informieren können. Der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger, kündigte an, am 9. Juli werde eine Ausstellung im Alten Museum eröffnet. „Wir wollen unsere Visionen für das Humboldt-Forum präsentieren, damit sich die Leute ein Bild machen können“, sagte er in der Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses im Abgeordnetenhaus. Die Schau werde in Kooperation der drei künftigen Nutzer – Preußen-Stiftung, Landesbibliothek und Humboldt-Universität – erstellt. Damit würden die Konzepte erläutert, noch bevor die während der Bauzeit geplante Humboldt-Box fertig sei.

Stellvertretend für die künftigen Nutzer erklärte Parzinger, alle seien „rundum zufrieden“ mit dem Siegerentwurf des Italieners Franco Stella. Stellas Vorschläge würden den geringsten Nachbesserungsbedarf ergeben. Er halte sich exakt an die Vorgaben für das Raumprogramm des Museums, so dass auch die Boote und das Männergemeinschaftshaus der Südsee-Ausstellung aus Dahlem ausreichend Platz fänden.

Senatsbaudirektorin Regula Lüscher erklärte in derselben Sitzung, der Bau der Humboldt-Box werde voraussichtlich Anfang 2010 beginnen. Bis zum Sommer desselben Jahres solle der Bebauungsplan für das Humboldt-Forum verabschiedet sein, so dass rechtzeitig Baurecht für das 552-Millionen-Euro-Projekt bestehe. Noch in diesem Jahr soll ein Gestaltungswettbwerb für das Umfeld des Humboldt-Forums starten.

Sprecher von CDU und FDP forderten im Ausschuss, auch den geplanten Neubau der Rathausbrücke in diesen Wettbewerb einzubeziehen. Der bisher vorgesehene moderne Entwurf dürfe nicht gebaut werden. Die Senatsbaudirektorin lehnte das mit Unterstützung von Koalitionsfraktionen und Grünen ab.

Stiftungspräsident Parzinger wies auf die desolate bauliche Situation der Museen in Dahlem hin. Rund zwölf Millionen Euro seien nötig, um die Gebäude so weit zu sichern, dass sie bis zur Fertigstellung des Humboldt-Forums genutzt werden können. Würde das Humboldt-Forum nicht gebaut, müsse ein dreistelliger Millionenbetrag investiert werden – vor allem in die Depots, die in einem katastrophalen Zustand seien.

Weil die Wiederherstellung der Barockfassaden womöglich nicht in der dreijährigen Bauzeit des Humboldt-Forums zu schaffen sei, setzte sich die Grünen-Fraktionsvorsitzende Franziska Eichstädt-Bohlig dafür ein, die Fassaden stückweise herzustellen. Das Schlossportal im ehemaligen Staatsratsgebäude werde bleiben, die Schlosskopie erhalte eine Portalkopie, erklärte Senatsbaudirektorin Lüscher.

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