Berlin : Abgeordnete wollen die Schlosskuppel

Überlegungen von Bau- und Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU), das Berliner Stadtschloss aus Kostengründen ohne die Kuppel zu errichten, sind im Bundestag auf breite Ablehnung gestoßen. Die Finanzierung der Kuppel werde erst in einigen Jahren relevant, so ein CDU-Sprecher.

Berlin -  „Die Kuppel muss sein“, sagte der verkehrspolitische Sprecher der Union, Dirk Fischer (CDU). Sie sei in den sieben Empfehlungen der Jury enthalten, die seinerzeit das Siegermodell für den Wiederaufbau gekürt habe. „Wenn man eine barocke Fassade wiedererrichtet, dann gehört eine barocke Kuppel unverzichtbar zum äußeren Erscheinungsbild eines solchen Gebäudes“, sagte Fischer. Falls in einigen Jahren, in denen das Thema ja erst akut werde, die Finanzierung dafür noch nicht gesichert sei, müsse man dann nach Wegen suchen.

Auch der SPD-Baupolitiker Uwe Beckmeyer bezeichnete die Kuppel als einen „ganz wichtigen Identifikationspunkt“. Wer von einem Schlossbau spreche, der spreche von der Kuppel, sagte Beckmeyer. Ramsauers Vorschlag nannte Beckmeyer „absurd“. Der Verkehrsminister hatte im Tagesspiegel-Interview den Kuppelbau infrage gestellt. Der schleppende Anlauf der Spendensammlung für die historische Schlossfassade, sagte Ramsauer, mache ihm wenig Hoffnung darauf, dass der Bund mehr Geld als ursprünglich geplant für den Bau des Stadtschlosses mit der Kuppel bewilligen werde. Der Minister zog in Zweifel, dass die Abgeordneten dem Mehrbedarf zustimmen werden.

Auch der FDP-Baupolitiker Patrick Döring sprach sich für die Kuppel aus. Das Spendenaufkommen sei bisher zwar nicht zufriedenstellend. Allerdings sei auch bei der Dresdner Frauenkirche der Großteil der Spenden erst nach Baubeginn eingegangen. Die Kuppel des Stadtschlosses, sagte Döring, sei Teil des fraktionsübergreifenden Beschlusses des Bundestages und daher unverzichtbar. Tsp

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