Humboldt-Forum : Wowereit setzt sich beim Schlossplatz durch

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit hat sich gegen seinen Koalitionspartner die Linke im Streit um die Nutzung des künftigen Neubaus auf dem Schlossplatz durchgesetzt.

BerlinBerlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) hat sich gegen seinen Koalitionspartner die Linke im Streit um die Nutzung des künftigen Neubaus auf dem Schlossplatz durchgesetzt. Der Senat beschloss, dass Berlin 4000 Quadratmeter des Forums für die Zentral- und Landesbibliothek sowie 1000 qm für die Humboldt-Universität nutzen werde. Die Linke im Abgeordnetenhaus hatte 12.000 Quadratmeter allein für die öffentliche Bibliothek gefordert.

Mit der Bibliothek werde das Humboldt-Forum auch ein Ort der Begegnung der Berliner mit außereuropäischen Kulturen, sagte Kulturstaatssekretär André Schmitz. Die Bibliothek plant ein multimediales Zentrum für Kinder und Jugendliche und einen ausgedehnten Service-Bereich.

In das Humboldt-Forum mit einer Fläche von insgesamt 50.000 Quadratmeter sollen vor allem die außereuropäischen Sammlungen der Dahlemer Museen untergebracht werden. Der auf 480 Millionen Euro veranschlagte Bau kann nach dem Plan von Bundesbauminister Wolfgang Tiefensee (SPD) nach dem Abriss des Palastes der Republik schon im Jahr 2010 beginnen und 2013 fertig sein. Berlin will für seinen Nutzungsanteil 32 Millionen Euro zahlen. Der Förderverein für den Schloss-Wiederaufbau will 80 Millionen Euro aus Privatspenden beisteuern.

"Wir müssen mit 5000 Quadratmetern leben"

Die Linke hatte sich bereit erklärt, den Berliner Anteil zu erhöhen, um eine größere Fläche in dem mehrheitlich vom Bund finanzierten Bau zu erhalten. Wowereit hatte dagegen auf die knappen Kassen der Bundeshauptstadt verwiesen und betont, Berlin müsse sich mit einem Anteil von zehn Prozent am Forum begnügen. Wer einen größeren Nutzungsanteil wolle, müsse auch sagen, woher das Geld kommen soll. "Wir müssen mit 5000 Quadratmetern leben", hatte der Regierende Bürgermeister gesagt.

Auch lehnt die Linke eine öffentliche Finanzierung des Wiederaufbaus der barocken Fassade des Hohenzollern-Schlosses ab. In die Fassade dürfe kein öffentliches Geld fließen, sagte der Abgeordnete und frühere Kultursenator Thomas Flierl. (mit dpa)

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