Schloßplatz : Nur die Sonnendecks fehlen noch

Schloßplatz wird zum Erholungsgebiet – bis zum Bau des Humboldt-Forums

Sie sind zweieinhalb Meter breit und „schweben“ in rund 30 Zentimetern Höhe über Schotterrasen. Die hölzernen „Passagen“ führen in 30 Zentimetern Höhe übers Gelände – vorbei an freigelegten Kellerresten des alten Schlosses und an der garstigen Abrissbaustelle des Palastes der Republik bis zur Kunsthalle „White Cube“, die nächste Woche eröffnet wird: So sieht jetzt die Übergangsnutzung für das Schloßplatz-Areal aus. Es soll Ruhe, Erholung, Information bieten.

Die Treppentürme des Palastes sind vermutlich in vier Wochen abgerissen, im Frühjahr ist die Baustelle so geräumt, dass die bislang 900 Meter langen Bohlenwege sogar noch erweitert werden: bis an die Spree– mit einer Liegewiese auf dem alten Palast-Fundament, in der sandverfüllten „Bauwanne“. Hier könnten großzügige Sonnendecks eingerichtet werden. Aber ob sich der zweite Bauabschnitt, der die Gesamtkosten von bislang 615 000 Euro mehr als verdoppeln würde, überhaupt für kurze Zeit lohnt, ist fraglich. Denn schon 2010 soll der Bau des Schlosses, des Humboldt-Forums, beginnen. Eine Entscheidung des Preisgerichts für den Schloss-Architektenwettbewerb wird in etwa vier Wochen erwartet.

Die Kosten für die Zwischennutzung des Areals trägt zu rund zwei Dritteln der Bund. Bisher war das Gelände ein Parkplatz, jetzt soll es ein Ruhe- und Erholungsraum sein, der an seinen hölzernen Passagen mit Hinweistafeln über die Vergangenheit und Zukunft des Geländes informiert. Senatsbaudirektorin Regula Lüscher stellte gestern die Anlage vor, die von den Landschaftsarchitekten Marianne Mommsen und Gero Heck gestaltet worden ist. Dazu gehören auch hölzerne Sitzstufen auf den Treppen des ehemaligen Nationaldenkmals für Kaiser Wilhelm I. Auf der Terrasse könnte es diverse Freizeitaktivitäten und kulturelle Veranstaltungen geben, auch im Zusammenhang mit der Kunsthalle. Auf dem Plateau ist außerdem ein Café geplant.

Auf Hinweistafeln informiert der Förderverein Berliner Schloss, der für die historische Fassade 80 Millionen Euro Spenden sammeln will. „Noch 62,9 Millionen Euro sind nötig“, schreibt er. Vielleicht, vermuteten Senatsmitarbeiter, wird die Zwischennutzung ja doch länger dauern.C. v. L.

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