Reaktionen : Glück und Skepsis: Stimmen zum Schloss

Politiker, Architekten, Experten: Stimmen zum Ergebnis des Schloss-Wettbewerbs.

Bernd Neumann, Kulturstaatsminister:

„Berlins Mitte wird mit einem fantastischen Bauwerk gekrönt.“

Klaus Wowereit, Berlins Regierender Bürgermeister: „Berlin hat nun ein großes Interesse daran, dass die Vorbereitungen für den Bau des Humboldt-Forums zügig vorangehen.“

Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz: „Ich bin sehr glücklich. Und die Einstimmigkeit des Ergebnisses spricht für sich.“

Peter Conradi, Architekt, Ex-Präsident der Bundesarchitektenkammer: „Ein historischer Entwurf: Das ist nicht überraschend nach dieser kleingeistigen Ausschreibung. Das einstimmige Votum überrascht dann schon. Wer wird nun Bauherr: der Bund, Berlin, die neue Stiftung? Es war eine echte Kateridee, einen Wettbewerb auszuschreiben und nicht zu sagen, wir wollen so viele Ideen wie möglich, unter Einbeziehung von Schloss-Zitaten. Meine Skepsis bleibt.“

Philipp Oswalt, Architekt, Schlosskritiker: „Der 1. Preis ist eine konsequente Zuspitzung des Schloss-Problems. In seiner idealistischen Form reflektiert der Entwurf auf keine Weise die Geschichtlichkeit des Ortes. Der Baukörper wird zum Solitär, der sich autistisch gegenüber seinem Kontext verhält, anders als das historische Schloss selbst, das seine umgebenden Bauten ja reflektierte und gemeinsam mit ihnen eine Raumbildung gewährleistete.“

HG Merz, Fachjuror: „Der Entwurf passt, auch zur Republik. Ob er einem gefällt, ist eine andere Sache. Der Stella-Entwurf macht keine Fehler, er ist kein Desaster. Mir gefällt, dass ein Italiener gewonnen hat, nachdem sich wegen der engen Wettbewerbsbedingungen so wenige gute Büros aus dem In- und Ausland beteiligt haben. Der Sonderpreis für Kühn Malvezzi ist um Klassen besser, da er mit der Bauaufgabe kreativ und ironisch umgeht. Durch diesen Sonderpreis haben die Fachpreisrichter, die eher dem Modernen zuneigen, zumindest eine Anregung gegeben. Der Nutzer, Stiftung Preußischer Kulturbesitz und die Stadtbibliothek, war ebenfalls von ihm angetan.“

Petra Kahlfeldt, Fachjurorin: „Ich hatte das Glück, den Entwurf in der Jury besprechen zu dürfen. Er ist der Beste aller möglichen Entwürfe. Stella gelingt es, mit großem Selbstverständnis das Schloss in seinem Wesen nachzubauen – ohne Kontraste, ohne Brüche. Das kann nur einem italienischen Architekten aus Vicenza gelingen, aus seinem besonderen kulturellen Selbstverständnis heraus, der Kenntnis italienischer Hochbarockfassaden.“

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