Schlossplatz : Historischer Schlosskeller soll erhalten bleiben

In den Bau des Humboldt-Forums in Mitte soll rund ein Drittel des historischen Schlosskellers integriert werden. In Kürze sollen im Stiftungsrat verschiedene Konzepte diskutiert werden.

Die erhaltene Originalsubstanz des gesprengten Berliner Schlosses sei „keine Last, sondern ein Gewinn für Berlin“, sagte die stellvertretende Vorsitzende des Vereins „Denk mal an Berlin“, Elisabeth Ziemer, am Donnerstag. Auch Senatsbaudirektorin Regula Lüscher sprach sich dafür aus, das unterirdische Baudenkmal zu erhalten und zugänglich zu machen. Durch den Schlosskeller werde „vor Ort am Original Geschichte erzählt“.

Das gut erhaltene Kellergewölbe sei „geradezu ein Geschenk“, sagte Landesarchäologe Matthias Wemhoff. Dieses ermögliche „einen emotionalen Zugang zur Geschichte“. Es müsse ein möglichst großer, zusammenhängender Teil des Kellergeschosses erhalten werden. Auch die für die Sprengung des teilweise kriegszerstörten Stadtschlosses 1950 angelegten Löcher müssten unbedingt erhalten bleiben.

Der Geschäftsführer der „Stiftung Berliner Schloss - Humboldtforum“, Manfred Rettig, nannte als mögliche Alternativen ein archäologisches Fenster, ein begehbares Denkmal oder die Einbeziehung des Kellers in das Nutzungskonzept des Humboldt-Forums. Voraussetzung sei, dass dabei der festgelegte Kostenrahmen eingehalten werde. Die verschiedenen Konzepte sollen in Kürze im Stiftungsrat diskutiert werden.

Rund ein Drittel des Schlosskellers sind noch erhalten. Das historische Gemäuer wird derzeit vom Landesdenkmalamt freigelegt. Mitte des Jahres sollen die Grabungen abgeschlossen sein. Voraussichtlich Ende 2010 beginnt der Bau des Humboldt-Forums auf dem Grundriss des Stadtschlosses. Das Gebäude mit drei barocken Schlossfassaden soll als Museum, Bibliothek und kultureller Veranstaltungsort genutzt werden. (ho/ddp)

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