Schlossplatz : Humboldt-Box kann doch gebaut werden

Aufatmen am Schlossplatz: Überraschend wurde Anfang Juni mitgeteilt, dass auf die Humboldt-Box verzichtet werden müsse. Doch nun wurde doch eine freie Fläche auf der Großbaustelle gefunden.

Klaus Kurpjuweit

Am Bauplatz für das künftige Humboldt-Forum auf dem Schlossgelände gibt es jetzt doch Platz für eine Infobox – und zwar direkt gegenüber dem Lustgarten an der Karl-Liebknecht-Straße. Eine gemeinsame Ausschreibung vom Bund und vom Senat werde vorbereitet, sagte Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) dem Tagesspiegel. Anfang Juni hatte ihre Senatsbaudirektorin Regula Lüchscher noch überraschend mitgeteilt, auf die seit langem geplante Humboldt-Box müsse verzichtet werden, weil sich auf der Großbaustelle kein Platz finden lasse. Auf der Schlossfläche soll parallel zum Humboldt-Forum auch die U-Bahn-Linie U 5 (Alexanderplatz–Hauptbahnhof) gebaut werden, wofür ebenfalls Platz gebraucht wird.

Sie habe die BVG daraufhin gebeten, den Flächenbedarf für die U-Bahn-Baustelle nochmals zu prüfen, sagte Junge-Reyer. Weil auch der Bund bereit gewesen sei, neue Flächen zur Verfügung zu stellen, könnten die Baustellen nun so auseinandergezogen werden, dass Platz für die Humboldt-Box gegenüber dem Lustgarten bliebe.

Der Platz soll nun zur Nutzung für eine Infobox ausgeschrieben werden. Selbst bauen wollen weder der Bund noch der Senat. Geplant ist, in der Box nach dem Vorbild des roten Kastens an der einstigen Baustelle für den Potsdamer Platz, zu zeigen, was auf dem Schlossplatz gebaut wird – das Humboldt-Forum mit der Fassade des Schlosses. Einziehen sollen unter anderem die Museen der außereuropäischen Kunst in Dahlem und Teile der Zentral- und Landesbibliothek.

Ausstellungen, Veranstaltungen, Workshops und virtuelle Animationen sollen den Besuchern zeigen, was hier auf dem Schlossgelände entstehen wird. Die Humboldt-Box soll sich nicht darauf beschränken, nur den Baufortschritt zu dokumentieren. Zudem will auch der Förderverein Berliner Schloss die Box nutzen, um Spenden für den Wiederaufbau der historischen Schlossfassade zu sammeln.

Überlegungen, das Konzept im benachbarten Kronprinzenpalais zu verwirklichen, wollte der Bund nicht aufgreifen. Auch auf dem ins Gespräch gebrachten Schinkelplatz gebe es für eine Box keinen Platz, sagte Junge-Reyer. Der jetzt gefundene Standort direkt an der Baustelle sei ideal. Klaus Kurpjuweit

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