Stadtschloss : Spendenverein Berliner Schloss: Keine Geldnot

Ab 2010 soll die Fassade des alten Stadtschlosses wieder aufgebaut werden - hierzu werden 80 Millionen Euro Spendengelder benötigt. Der Förderverein Berliner Schloss zeigt sich optimistisch und sieht sich nicht in Geldnöten. Eine Ausstellung soll Spender animieren.

Boddien
Wilhelm von Boddien, Förderverein Berliner Schloss. -Foto: dpa

Berlin"Wir sind mit 16,4 Millionen Euro besser aufgestellt als die Dresdner Frauenkirche anderthalb Jahre vor Baubeginn", sagte Geschäftsführer Wilhelm von Boddien. Der Verein will 80 Millionen Euro Spenden für die Rekonstruktion der Fassaden am Stadtschloss (Humboldt-Forum) sammeln.

Am Donnerstag stellte von Boddien in den Shopping-Arkaden am Potsdamer Platz eine Wanderausstellung vor, die vor dem für 2010 geplanten Baubeginn in 30 Einkaufszentren zu sehen sein soll. "Wie sonst sollen wir das Geld zusammenkriegen, wenn wir nicht zu den Leuten gehen?", fragte von Boddien. Er zeigte sich zuversichtlich, dass ähnlich wie bei der Frauenkirche in Dresden die Spenden kräftiger fließen, wenn der Bau begonnen hat.

"Macht Geschichte!"

"Mach Geschichte!" ist der Werbeslogan der plakativ gehaltenen Ausstellung, zu der Schautafeln, eine Steinmetz-Werkstatt und ein Modell gehören. Die Schau könnte laut von Boddien ein Publikum von zwölf Millionen Menschen beim Einkaufen erreichen. Zu den Stationen zählen Hamburg, Essen, München, Köln und Dresden sowie das Shoppingzentrum im Braunschweiger Schloss-Neubau. Die Kosten liegen den Angaben zufolge bei etwas über 500.000 Euro, der Förderverein werde sich mit rund 100.000 Euro beteiligen. Von Boddien betonte, hinter dem Engagement des Einkaufszentren-Unternehmens ECE stecke kein kommerzielles Interesse, etwa mit Blick auf die Nutzung des Stadtschlosses.

Die Pläne für das Humboldt-Forum, das nach dem Abriss des Palastes der Republik gebaut wird, sind bereits festgelegt: Dort sollen Museumssammlungen der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, die Stadt- und Landesbibliothek sowie die Humboldt-Universität ihren Platz finden. Finanziert wird das 552 Millionen Euro teure Projekt großteils vom Bund, der Architektenwettbewerb läuft derzeit.

"Da sitzen welche im Bremserhäuschen"

Von Boddien warb erneut für ein Informationszentrum direkt an der Baustelle und kritisierte, dass der Senat die Humboldt-Box dort nicht erlaubte. "Da sitzen welche im Bremserhäuschen", meinte er. Von Boddien präsentierte das Modell des Info-Zentrums, das fünf Etagen und bis zu 2000 Quadratmeter Nutzfläche vorsieht. Unterstützer wäre laut von Boddien das Außenwerbeunternehmen Wall AG gewesen. "Den Senat kostet das keinen Pfennig."

Senatsbaudirektorin Regula Lüscher wies die Kritik, der Senat verhindere das Projekt, zurück. "Im Gegenteil: Wir kümmern uns darum", sagte sie. Die Baustelle des Humboldt-Forums und die Arbeiten für die U-Bahn ließen dort aber keinen Platz mehr für ein Informationszentrum. Es werde in Abstimmung mit dem Bezirk Mitte und dem Bund ein alternativer Standort gesucht. Ihr Ziel sei es, das Projekt umzusetzen, betonte Lüscher. Als ein Ort für das Info-Zentrum ist das Kronprinzenpalais im Gespräch. (ck/dpa)

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