Berlin : Schloßstraße: Neues Center zu mehr als der Hälfte vermietet

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In etwa drei Wochen soll der Abriss des HertieKaufhauses am Walther-Schreiber-Platz beginnen, kündigte Investor Joachim Tenkhoff dem Wirtschaftsausschuss Tempelhof-Schöneberg an. Das Haus weicht dem 80-Millionen-Euro- Projekt Schloss-Straßen-Center (SSC), das im Oktober nächsten Jahres eröffnet werden soll. Schon fast 60 Prozent der Flächen seien vermietet, sagte Tenkhoff. Er erwartet die Abrissgenehmigung in Kürze. Baustadtrat Gerhard Lawrentz (CDU) betonte, der Bezirk wolle, „dass Leben an den Platz kommt und das Projekt schnell angeschoben wird“. Es gehe auch darum, ein Gegengewicht zum geplanten, dreimal so großen Einkaufszentrum „Schlossgalerie“ am anderen Ende der Schloßstraße zu schaffen. „Sonst besteht die Gefahr, dass Kunden, die aus südlicher Richtung kommen, nicht nach Norden vorstoßen“, sagte Lawrentz. Einer der Hauptmieter im SSC wird das spanische Modehaus Zara sein, dessen Laden sich über drei Etagen des Neubaus erstreckt. Es werde auch einen großen DM-Drogeriemarkt, einen Minimal-Markt, ein Eiscafé, ein Fitness-Studio und Filialen von Esprit und Butlers geben. Mit dem Einkaufszentrum habe man vor allem junge Leute im Visier, denen die Schloßstraße nicht genug biete. In dem Haus, das von 10 bis 20 Uhr geöffnet sein soll, würden 500 Arbeitsplätze geschaffen. Die Zahl der Parkplätze sei von 420 auf nun 365 reduziert worden. Auf Drängen von Anwohnern der Lefèvrestraße werde ein Lärmgutachten noch einmal überprüft. Nachbarn fürchten, durch das Parkhaus und den Lieferverkehr beeinträchtigt zu werden.

Mit dem Neubau von Tenkhoff Properties und dem Grundstückseigentümer Generali sind auch Umbauten am Walther- Schreiber-Platz verbunden: Der Mittelstreifen für Taxis und Busse fällt weg, weil das SSC acht Meter weiter auf den Platz rückt als Hertie. Platz für Busse wird vor der lang gestreckten Hausfassade an der Bundesallee geschaffen. Für den Umbau, der nach Auskunft von Lawrentz mit der BVG abgesprochen ist, zahlen die Investoren zwei Millionen Euro.

Ein weiteres Problem am Walther- Schreiber-Platz scheint gelöst. Aus dem leer stehenden Gebäude von Ebbinghaus – das Grundstück gehört der Firma Mösch – soll ein Ärztehaus werden. Das Interesse daran sei groß. Das Architekturbüro Stankovic plant den Umbau, zu dem auch eine Lückenschließung an der Bundesallee gehört. Im Erdgeschoss sollen Läden, eventuell auch eine Apotheke eingerichtet werden. C. v. L.

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