Berlin : Schluss mit Wildwest

Die Truman-Plaza, Ort des Deutsch-Amerikanischen Volksfestes, steht zum Verkauf – Wohnungen geplant

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Wäre nicht gerade Zirkus, das Volksfestgelände an der Dahlemer Clayallee sähe sehr leblos aus. Seit vor zehn Jahren Pläne scheiterten, das Areal des einstigen US-Einkaufszentrums „Truman Plaza“ mit über 300 Wohnungen für Bundesbedienstete zu bebauen, dämmert das brachliegende Grundstück vor sich hin – von vorübergehenden Verkaufs- und Festveranstaltungen abgesehen. Nun will es der Bund verkaufen – und wieder ist Wohnungsbau in annähernder Größenordnung geplant. „Das ist das Aus für das Deutsch-Amerikanische Volksfest“, sagt Veranstalter Richard Simmons. Es gebe keinen anderen geeigneten Platz.

So könnte das Traditionsfest in diesem Sommer zum letzten Mal auf dem Gelände sein. Helmut John von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben spricht von „etlichen Bewerbern“ , die sich für die öffentlich ausgeschriebene Fläche interessierten. Im Vergleich zu früheren Bauplänen könne der Gewerbeanteil erweitert werden, so dass hier ein größerer Supermarkt möglich sei. Mit dem Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf habe man mehrere Planungsbüros für städtebauliche Studien beauftragt. Ein Konzept orientiert sich am Bauentwurf von 1995 mit fünfstöckigen „Stadthäusern“, einer grünen Mitte und einem Platz an der Ecke Clayallee/Argentinische Allee gegenüber dem U-Bahnhof Oskar-Helene-Heim. Es gibt auch den Vorschlag für ein Projekt „Gartenhöfe Zehlendorf“ mit 74 dreistöckigen Häusern und einer Sechs-Etagen-Bebauung an der Clayallee. Oder ein Konzept „Trumanpark“ mit vier großen Mehrfamilienhäusern. Es gibt Pläne für Botschaftsgebäude und für Reihenhäuser.

Für den Bund scheint das Areal nicht zuletzt durch die Modernisierung des benachbarten Parkviertels Dahlem an Wert gewonnen zu haben. Über Preisvorstellungen wollte sich Helmut John nicht äußern. Die CDU-Fraktion im Bezirk hatte bereits vor sechs Jahren den Bund aufgefordert, endgültig auf seine Verkaufs- und Bebauungspläne zu verzichten und damit das Deutsch-Amerikanische Volksfest zu sichern, es sei untrennbar mit Zehlendorf verbunden.

Das frühere US-Einkaufszentrum im Dahlemer „Klein-Amerika“ war bis 1994 in Betrieb und nach dem Verfall 1996 abgerissen worden. Hier sollte eines der größten Wohnprojekte für Bundesbedienstete entstehen. Die Pläne platzten, der Bedarf war überschätzt worden. Das Volksfestgelände, das bereits im Süden von Neubauten angetastet wurde, dehnte sich seither bis direkt an die Ecke Clayallee /Argentinische Allee aus.C. v. L.

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