Berlin : Schlussverkauf mit Sonntag und Schnee Beste Bedingungen für Kunden und Händler

Stefan Jacobs

Kaum ist er offiziell abgeschafft, wird der Winterschlussverkauf richtig attraktiv: Zum einen, weil kein Gesetz mehr die Sonderangebote auf Saisonartikel beschränkt. Und zum anderen, weil die meisten Offerten schon vorab zu bekommen sind: Wegen der Grünen Woche öffnen die großen Center, viele Kaufhäuser und die Geschäfte in der Wilmersdorfer Straße am Sonntag von 12 bis 17 Uhr.

Zwar hat der Einzelhandelsverband HdE mit seinen Mitgliedern den Montag als Starttermin für den Schlussverkauf verabredet, aber beim Kaufhof am Alex heißt es schon jetzt: „Wir reduzieren über 40000 Artikel. Das schafft der Computer gar nicht an einem Tag.“ Deshalb wurden viele Preise schon am Freitag gesenkt. Dicke Jacken sowieso, aber auch Hosenanzüge und Wintersportartikel. Auf denen sind die Händler wegen des milden Winters bisher sitzen geblieben. Jetzt ist Schnee ansagt, was auch den Verband freut: „Besser kann’s gar nicht sein“, sagt HdE-Sprecher Hubertus Pellengahr. Er empfiehlt, sich am Wochenende umzuschauen und am Montag zu kaufen.

Wer nicht so lange warten will, macht wohl auch nicht viel verkehrt: Karstadt hat viele Produkte schon um die Hälfte gesenkt, Lammfelljacken gibt es statt für 50 sogar schon für 10 Euro. Und „ausverkauft ist nichts“, versichert ein Sprecher auf die Frage nach Schlitten & Co. für die Winterferien. Die Galéries Lafayette (Sonntag geschlossen) haben Kleidung um bis zu 30 Prozent gesenkt und versprechen für die kommenden „Soldissimes“-Wochen (auf Deutsch etwa: „Rabattissimo“) weiter reduzierte Einzelstücke. Auch im KaDeWe (Sonntag geschlossen) hat der Schlussverkauf schon sachte angefangen. Zwar ziemt sich in der noblen Umgebung eine Rabattschlacht nicht, aber eine Sprecherin kündigt neben weiter reduzierten Wintersachen auch „interessante Möglichkeiten im Bereich hochwertige Porzellane“ an. Winter-Porzellan durfte es nach dem alten Rabattgesetz nicht geben. Jetzt darf alles als Saisonware verkauft werden.

Dass der WSV überlebt hat, freut auch die Berliner Verbraucherzentrale: „Es ist erfreulich, wenn der Handel diese Tradition fortführt“, sagt Sprecherin Eva Gröver und empfiehlt, bei größeren Anschaffungen neben dem Preis auch den Service zu vergleichen. Bei Kleidung könne man dagegen wenig falsch machen: Der Umtausch von intakter Ware – ob reduziert oder nicht – sei immer eine Kulanzfrage. Fehlerhafte Produkte könnten dagegen immer reklamiert werden, sofern nicht ausdrücklich auf Mängel hingewiesen wurde. Chancenlos ist nur, wer den Bon nicht mehr findet.

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