Schlussverkauf : Shoppen und sparen

Am 21. Januar beginnt offiziell der Schlussverkauf. Viele Berliner Kaufhäuser senken die Preise jetzt schon - und haben dabei auch die Touristen im Visier.

Cay Dobberke
Schlussverkauf
Bis zu 50 Prozent billiger. Vor allem Modehändler locken mit Rabatten. -Foto: Heinrich

„Der Schlussverkauf ab dem 21. Januar ist eine Farce“, sagt Verkaufsleiterin Kamila Kober vom Modekaufhaus Peek & Cloppenburg an der Tauentzienstraße – denn in Wahrheit habe die Rabattschlacht in Berlin bereits ihren Höhepunkt erreicht. Auch P & C biete schon jetzt Preisnachlässe bis zu 50 Prozent. Spätestens bis Mitte Januar würden alle Waren preisreduziert, die dafür infrage kommen. Dank vieler Touristen, darunter ein Großteil aus dem Ausland, laufe das Geschäft sehr gut. „Sensationell“ sei vor allem der Silvesterumsatz gewesen.

So sehen es auch andere Händler: „Das Haus ist voll“, sagte KaDeWe-Sprecherin Petra Fladenhofer. „Und Silvester war ein absoluter Spitzentag, da sind wir geradezu überrannt worden.“ Touristen seien enttäuscht gewesen, dass die Kaufhaustüren wegen der Vorschriften um 14 Uhr schließen mussten. Fladenhofer bestätigte, dass „der Schlussverkauf schon jetzt läuft“. Das KaDeWe locke aber nicht hauptsächlich mit Rabatten; Touristen etwa „wollen keine Schnäppchen, sondern suchen nach Andenken“.

In den Kaufhof am Alexanderplatz „kommen die Leute gezielt zur Schnäppchenjagd“, sagte Geschäftsführer Detlef Steffens. Winterware werde traditionell nach Weihnachten und an den ersten Januartagen preisreduziert; im eigentlichen Schlussverkauf werde das Warenhaus nochmals niedrigere Preise bieten. Rabatte gibt es momentan auch auf Haushaltswaren und Bettwäsche – früher waren solche Preissenkungen zum Jahresbeginn als „Weiße Wochen“ bekannt.

Steffens führt den guten Umsatz nicht nur auf Touristen zurück, sondern auch auf die Berliner Weihnachtsferien, die diesmal erst am 12. Januar enden: „Die Leute haben mehr Zeit zum Shopping.“

Selbst ohne Rabatte gibt es Zuwächse. Im Kulturkaufhaus Dussmann an der Friedrichstraße, dessen Sortiment zu einem Großteil der Buchpreisbindung unterliegt, ist Geschäftsführer Hartwig Schulte-Loh zufrieden: „Man merkt, dass noch viele Touristen in der Stadt sind.“ Angesichts der „kurzen Restwoche bis zum Sonntag“ hofft er, dass ein Großteil dieser Berlin-Besucher den Aufenthalt bis zum Wochenende verlängert. Auch bei Dussmann war Silvester ein „ausgezeichneter“ Tag; die Verkaufszeit wurde eigens um eine halbe Stunde bis 14.30 Uhr verlängert, was Dank einer Sondererlaubnis rechtlich möglich war.

Die Rückgabe unerwünschter Weihnachtsgeschenke spielte in den vergangenen Tagen nur eine Nebenrolle. „Der Umtausch ist rückläufig, die Leute suchen Geschenke gezielter aus“, sagt Klaus Fischer vom Handelsverband Berlin-Brandenburg. Im Trend lägen auch Geschenkgutscheine. Manche Läden hätten bereits eine Steigerung um bis zu 20 Prozent beim Einlösen von Gutscheinen im Vergleich zum Vorjahr festgestellt.

Der Übergang von der jetzigen Rabattwerbung zum Schlussverkauf sei „fließend“, sagt Fischer. Einen formellen Winterschlussverkauf gebe es seit dem Wegfall des Rabattgesetzes ohnehin nicht mehr. Jetzt stehe es jedem Händler frei, die Preise an beliebigen Tagen zu senken. Der Verband sieht derzeit auch keine Anzeichen dafür, dass Kunden durch Tricks bei den Rabattangaben getäuscht werden.

Peek & Cloppenburg freut sich darüber, dass es den Käufern nicht allein um Schnäppchen geht: Laut Verkaufsleiterin Kober ist Sommermode mit „frischen und neuen Farben“ schon sehr gefragt. Cay Dobberke

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