• Schmähbrief-Affäre: Polizei entlastet IKK Krankenkassen-Mitarbeiterin soll Türken doch nicht beleidigt haben

Berlin : Schmähbrief-Affäre: Polizei entlastet IKK Krankenkassen-Mitarbeiterin soll Türken doch nicht beleidigt haben

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Die Affäre um einen Schmähbrief, den die Innungskrankenkasse BerlinBrandenburg, an einen ihrer Versicherten geschickt haben soll, nahm jetzt eine überraschende Wendung. Die polizeitechnische Untersuchungsanstalt des Berliner Landeskriminalamtes hat den Brief an den Friseur Saim Tufan, der wüste Beschimpfungen erhielt, noch einmal genau untersucht. Das Ergebnis: Zwischen den eingereichten Schriftproben von acht IKK-Mitarbeitern, die Zugang zu Tufans Akten hatten, und dem Schmähbrief sei kein Zusammenhang nachweisbar, sagte IKK-Sprecherin Gisela Köhler dem Tagesspiegel.

Nach einer ersten Analyse vom Anfang diesen Jahres galt eine 38-jährige Mitarbeiterin der Berliner Landesvertretung der IKK als Hauptverdächtige. Eine von der Kasse beauftragte Gutachterin hatte nach der Analyse von Schriftproben aller Mitarbeiter mit „höchster Wahrscheinlichkeit“ die 38-Jährige als Urheberin des Briefes identifiziert. Obwohl sie jegliche Beteiligung abgestritten hat, war die Frau (bei vollen Bezügen) Anfang Februar erst einmal beurlaubt worden – bis heute. Ihr drohte sogar fristlose Kündigung.

Nun steht Gutachten gegen Gutachten, doch die IKK sieht ihre Mitarbeiterin als voll rehabilitiert an. Man habe die Mitarbeiterin nun „eingeladen, wieder in der IKK zu arbeiten“, sagt Sprecherin Köhler. Man werde alles tun, um die Belastungen aus fünf Monaten unter falschem Verdacht ungeschehen zu machen. Am heutigen Dienstag werde die Frau wieder ihre frühere Tätigkeit aufnehmen.

Saim Tufan kann nicht verstehen, dass die Ermittlungen so lange dauerten und dann kein Ergebnis vorliegt. „Bei komplizierteren Fällen geht es so schnell. Will die Polizei hier etwa nichts finden?“, fragt er. I.B.

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