Berlin : Schneiden, schreiben, lesen

Buchpräsentation von „Erzähl mir alles!“ mit Friseur und Philosophin

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Wie funktioniert das eigentlich praktisch, wenn ein StarFriseur und eine Philosophie-Professorin zusammen ein Buch schreiben? Am Rande der Präsentation ihres Romans „Erzähl mir alles!“ in den Räumen der Agentur von Karin Graf verrieten Gerhard Meir und Christine Eichel ein paar Betriebsgeheimnisse. Die Vorwahlnummern von Telefonanbietern, die es ermöglichen, am Sonntag weitgehend kostenlose Endlos-Gespräche zwischen Berlin und München zu führen, gehören dazu und lange Spaziergänge. „Manche Ecken von Wilmersdorf kenne ich inzwischen auswendig“, erzählte Meir, der Salons in München, Berlin und Hamburg betreibt und einen guten Teil seines Lebens in Flugzeugen verbringt. Sein Alter Ego Julian wird im Roman unfreiwillig in den Strudel des Bösen gerissen, das er dann notgedrungen bekämpfen muss. Auch handschriftliche Notizen spielen eine Rolle, aber am wichtigsten ist wohl die gute Chemie zwischen den beiden Autoren. „Warum sollen immer nur Kommissare als Weltermittler auftreten?“, fragt Christine Eichel. „Ein Friseur kann das doch genauso gut.“ Schon stecken die beiden tief in neuen Abenteuern, die den dritten Band füllen sollen. Darin wollen sie die Kulturszene aufs Korn nehmen, und die Handlung wird Julian unter anderem nach Luzern und Salzburg führen. Wieso nicht Hamburg? „Da ist alles so geordnet“, seufzt Christine Eichel, die niedersächsische Pfarrerstochter und Ex-Hamburgerin, die sich offensichtlich in die herzige bayrische Sprache verliebt hat und in das eher unphilosophische Chaos, das in den Köpfen der Sexbesessenen und Koksreichen herrscht. Unter erfahrene Flaneure wie Alexander von Schönburg und Professor (Wilfried) Rott hatte sich zur Lesung bei tropischen Temperaturen mit Jochen Senf , am Tatort auch Max Palü genannt, ein echter TV-Kommissar gemischt. Außerdem dabei Filmproduzentin Clementina Hegewisch , PR-Profi Johannes Altincioglu und „Bild“-Kolumnist Franz Josef Wagner . Multitalent Meir genießt seine Schriftstellerkarriere, die es ihm ermöglicht, auch jenen Teil des Menschen schillernd zu frisieren, der sich gleich unter dem eigentlichen Skalp befindet. Umgekehrt hätte man dem einen oder anderen schriftstellernden Gast nun gern auch mal beim Haareschneiden über die Schulter geguckt. Nächstes Mal. Bi

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