Berlin : Schnell mal um die Welt: Mit Reisefieber ins Museum

Kinder und Eltern lernen in Dahlem Spiele fremder Völker, essen international oder gehen auf Nachtwanderung. Doch lieber kochen? Dann ab zum Pastakurs!

Judith Jenner

Amerika, das schmeckt nach Austernpilzsuppe, Chickenwings mit Kartoffeln und Himbeerpudding. Das hat Sabrina schon gecheckt. „Und wir haben die Geschichte ,In 80 Tagen um die Welt‘ gehört, das Kapitel, in dem es um Amerika und die Indianer geht“, sagt die Zehnjährige von der Schule am Grüngürtel in Spandau. Sie hat mit ihrer Klasse schnell mal eine Weltreise gemacht – im Ethnologischen Museum Dahlem. Und fand alles super – na ja, außer der Pilzsuppe vielleicht.

Für die anderen ist Suppe Nebensache. „Man konnte sich richtig gut vorstellen, wie die Indianer gelebt haben, weil im Museum der Schmuck und die Werkzeuge ausgestellt sind.“ „Und vorlesen ist viel besser als selbst zu lesen.“ „Ja, und wir haben gesehen, wie Kinder in anderen Ländern spielen. Manche haben nicht mal genug zu essen. Die bauen sich ihr Spielzeug aus Müll zusammen, aus einem Stück Holz oder dem Verschluss einer Cola-Dose.“

Manuel fällt noch jede Menge ein: „Im Museum stehen die großen Holzgefäße, in denen die Tuareg Hirse oder anderes Getreide stampfen. Wenn man den Stößel hochhebt, merkt man erst, wie schwer der ist. Und man kann den heißen Wüstensand spüren. Der liegt hier rum. Ich bin drübergelaufen. Ich würde gerne mal in 80 Tagen um die Welt reisen, wie in dem Buch. Mit Schiffen und Lokomotiven. Aber dafür braucht man ja ordentlich Knete.“

Sabrina weiß, was sie gerne aus dem Museum mitnehmen würde: „Was von den Indianern. Die haben aus Perlen ganz schöne Armbänder gewebt. Oder einen bestickten Sattel.“ Ihre Freundin Julie findet die gefalteten Figuren aus Japan toll. „Origami heißt das. Im Museum gibt es eine Vitrine mit 100 Kranichen. Ich habe noch nicht mal geschafft, einen zu falten. Die Anleitung war auf Japanisch.“

Doch alle Ausstellungsstücke können nicht gegen die Attraktion des Museums an: den grünen Hof. Manuel sitzt schon in einem der Kletterbäume. Sabrina würde lieber in der Lehmhütte übernachten, die die Kinder eines „Jugend-im-Museum“-Kurses gebaut haben. „Hier übernachten? Gruselig. Die Masken sehen ja im Dunkeln aus wie Gespenster!“ Vor denen braucht, wer am Donnerstag beim Tagesspiegel-Programm dabei ist, keine Angst zu haben. Es steht eine Nachtwanderung zu einem verborgenen Spielort auf dem Programm. Ganz schön abenteuerlich! Aber schlafen darf man zu Hause – im eigenen Bett.

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