Berlin : Schnell weg?!

Lothar Heinke

dankt für die Aufklärung in Sachen Palast-Abriss Nun ist er äußerlich schon so abgewrackt, dass man ihn kaum noch wahrnimmt, und innen präsentiert sich der Palast der Republik als Rohbau – die CDU und ihre Getreuen, denen die Kiste stets ein Dorn im Auge war, könnten frohlocken. Tun sie aber nicht. Sie wollen mehr. Der Bundestag, so ein Antrag, möge dafür sorgen, dass das Ding nun endlich wegkommt, am liebsten morgen früh. Die CSU-Abgeordnete Gisela Blank aus Nürnberg, die vermutlich nie den volkstümlich funktionierenden Palast erlebt hat, weiß eines ganz sicher: „Der Palast war neben seiner äußerlichen Hässlichkeit ein Schaufenster der Diktatur.“ Man dankt für die Aufklärung und ahnt, weshalb es der CDU nicht schnell genug gehen kann mit dem Abriss von geballter Ost-Sozialismus-Symbolik mitten in der Stadt: Selbst der ruinöse Palast ist noch so attraktiv, dass er als Ort für alle möglichen Veranstaltungen gefragt ist, von chinesischen Tonkriegern über Opernprojekte bis zum Bundesverband der Deutschen Industrie BDI, der sich nicht scheute, in jenem Großen Saal zu tagen, in dem einst die Genossen ihrem Erich huldigten. Wäre es nicht grausam für diese Stadt und, ach, die Welt, wenn das Schule machte und der Palast für Events in Sichtbeton hoffähig würde? Wenn einer gar die Idee hätte, das Schiff wieder flott zu machen, jetzt, so ganz ohne Asbest? Technisch möglich ist ja irgendwie alles…

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