• Schnelle Buße nach Diebstahl und Körperverletzung. Pilo-Projekt zeigt bei Jugendlichen erste Erfolge

Berlin : Schnelle Buße nach Diebstahl und Körperverletzung. Pilo-Projekt zeigt bei Jugendlichen erste Erfolge

Eine positive Zwischenbilanz des sogenannten Berliner Diversionsmodells zur Bekämpfung der Jugendkriminalität hat Justizsenator Ehrhart Körting gezogen. Das seit April in den Berliner Polizeidirektionen 2, 4 und 7 praktizierte Pilotprojekt sieht vor, dass Jugendliche bei leichten und mittleren Delikten binnen weniger Tage durch erzieherische Maßnahmen zur Verantwortung gezogen werden können. Es werde voraussichtlich im nächsten Jahr auf ganz Berlin ausgedehnt, sagte Körting am Montag auf einer Tagung der Hanns-Seidel-Stiftung in München.

Die Erfahrungen der ersten Monate zeigen nach den Worten Körtings, dass die anvisierten Zielgruppen "ziemlich genau erreicht" wurden. Im Zeitraum von 12. April bis 1. September wurden 123 Fälle registriert, von denen 106 abgeschlossen werden konnten. Bei den Sanktionen handelte es sich neben erzieherischen Gesprächen meist um persönliche Entschuldigungen und Wiedergutmachung des Schadens. Die Mehrzahl der Fälle betraf Diebstähle (65), Sachbeschädigungen (neun) und Körperverletzung (fünf). In mehr als der Hälfte der Fälle lag der Schaden unter 100 DM. Gut die Hälfte der Täter war bereits vorher bei der Polizei aufgefallen.

Bei dem Modell ist vorgesehen, dass speziell geschulte Polizisten innerhalb von zehn Tagen entscheiden, ob Erziehungsmaßnahmen wie Entschuldigungen oder gemeinnützige Arbeit sinnvoll erscheinen. Bei Bestätigung durch die Staatsanwaltschaft werden die Verfahren eingestellt.

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