Berlin : Schneller an die Ostsee

Viele Änderungen beim Fahrplanwechsel der Bahn / Charlottenburg wird wegen Bauarbeiten Umsteigebahnhof

Klaus Kurpjuweit

Der bundesweit größte Fahrplanwechsel der Bahn seit 1991, als das ICE-System eingeführt wurde, bringt im Berliner Raum ab 15. Dezember vor allem für Pendler aus dem westlichen Umland erhebliche Änderungen. Turbulent könnte es im nächsten Jahr auf dem Bahnhof Charlottenburg zugehen, der – baustellenbedingt – zu einer wichtigen Umsteigestation wird.

Denn die schnellen Regionalexpress-Züge werden im neuen Fahrplan in den Stationen Brieselang, Finkenkrug, Seegefeld und Albrechtshof nicht mehr halten. Als Ersatz bietet die Bahn eine neue Regionalbahn-Linie ab Nauen an, die alle 30 Minuten an allen Unterwegsbahnhöfen hält. In Berlin ist jedoch in Charlottenburg Schluss. Dort müssen Fahrgäste, die weiter Richtung Zoo und Friedrichstraße wollen, dann umsteigen, während sie bisher umsteigefrei bis ins Zentrum fahren konnten.

Und vom 24. Februar an fällt in Charlottenburg auch die S-Bahn als Anschlusszug aus. Dann wird für sie der Abschnitt Charlottenburg–Zoo für fast ein Jahr gesperrt. Für die Weiterfahrt müssen sich dann Fahrgäste der S-Bahn und des Regionalzuges aus Nauen gemeinsam einen Platz in einem Regionalexpress suchen, bei denen die Wagen bereits jetzt meist voll sind. Gerade mit der Überfüllung der Regionalexpress-Züge begründet Regionalbahnchef Karl-Heinz Friedrich jedoch das neue Konzept. Pendler aus Richtung Nauen müssten sich nun nicht mehr in die vollen Züge zwängen, die aus Richtung Stralsund und Wittenberge kommen – was aber nur bis Charlottenburg gilt. Dort halten dann aber dafür auch zusätzlich Züge der Linien RE 1 und 3. Um dafür wiederum Platz zu schaffen, fahren die Züge der RE 6 Richtung Rheinsberg statt in Charlottenburg in Jungfernheide ab.

Dafür verkürzen sich im neuen Fahrplan auf wichtigen Bahnhöfen die Umsteigezeiten. Über Stralsund verringert sich so die Reisezeit nach Rügen von Berlin aus um 45 Minuten. Im Ausflugsverkehr fährt der „Warnemünde-Express“ jeweils an den Wochenenden das ganze Jahr über, wie bereits der „Harz-Express“, der nach Wernigerode fährt. Mit dem Regionalexpress „Stettiner Haff“ geht’s an den Wochenenden nach Stettin und im Juli und August weiter nach Swinemünde auf Usedom.

Im Fernverkehr gibt es erstmals umsteigefreie ICE-Verbindungen von Berlin nach Karlsruhe, Freiburg und Basel, und ausgeweitet wird der ICE-Verkehr Richtung Köln/Bonn. Abschied nimmt die Bahn dagegen von ihren Interregios. Die Verbindungen nach Amsterdam und Stralsund werden deshalb auf Intercity-Züge umgestellt, die, wie berichtet, bei Vorausbuchung billiger sein können als Regionalzüge. Bestehen bleibt aber der Interregio nach Chemnitz.

Die Tagesspiegel-Beilage zum neuen Fahrplan wird am 15. Dezember erscheinen.

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