Berlin : Schneller zum Flughafen Schönefeld

4600 Meter langer Abschnitt der Teltowkanal-Autobahn A 113 eröffnet

Klaus Kurpjuweit

Die Ersten versuchten es ganz früh. Schon vor dem Durchschneiden des Eröffnungsbandes wollten Autofahrer gestern an der Anschlussstelle Stubenrauchstraße auf die neue Piste fahren. Doch die Auffahrten waren noch von der Polizei gesperrt, obwohl die Hinweisschilder bereits auf die Ziele „Magdeburg, Leipzig, Dresden und Flughafen Schönefeld“ sowie „Hamburg und Tempelhof“ hinwiesen. Auf der Brücke über der Autobahn A 113 warteten gut 50 Berliner auf die Freigabe des neuen Autobahnabschnitts. Die 4,6 Kilometer lange Strecke mit den Anschlussstellen Johannisthaler Chaussee, Stubenrauchstraße und Adlershof hat 130 Millionen Euro gekostet.

Mit dem neuen Abschnitt verkürzt sich die Fahrtzeit von der westlichen Innenstadt zum Flughafen Schönefeld um fünf bis zehn Minuten. Auch die Wissenschaftsstadt Adlershof lässt sich nun schneller mit dem Auto erreichen. Umgekehrt soll sich durch den auf die Autobahn verlagerten Verkehr die Wohnqualität vor allem an der Buschkrugallee und dem Adlergestell verbessern, hofft die Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD).

Zusammen mit Verkehrsminister Manfred Stolpe eröffnete Junge-Reyer kurz vor Mittag die parallel zum Teltowkanal verlaufende Strecke. Die Gäste auf der Stubenrauchbrücke hatten zum Teil eine Stunde gewartet. Er wolle den historischen Augenblick nicht verpassen, sagte zum Beispiel Manfred Wolz aus Treptow.

Viele Gelegenheiten für solche Augenblicke wird es in den nächsten Jahren auch nicht mehr geben. Ende 2007 soll die A 113 die Stadtgrenze erreichen und damit den Flughafen in Schönefeld direkt anbinden. Danach soll der Stadtring A 100 vom Dreieck Neukölln weiter in Richtung Treptower Park gebaut werden. Im Bundesverkehrswegeplan ist vorgesehen, den Stadtring langfristig bis zur Landsberger Allee zu verlängern.

Kurz vor 12 Uhr räumten die Polizisten gestern auch an den Zufahrten von der Stubenrauchstraße die Absperrung zur Seite. Zwei Frauen, die mit ihrem Auto just in diesem Moment ankamen, drehten noch eine kurze Warteschleife und durften dann als erste in Richtung Adlershof starten. Ganz unspektakulär; sogar ohne zu hupen. Nur eine der Wartenden rief ihnen ein „Bravo“ zu.

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