• Schneller zum Facharzt: Terminservicestelle bei der Kassenärztlichen Vereinigung startet

Schneller zum Facharzt : Terminservicestelle bei der Kassenärztlichen Vereinigung startet

Kassenpatienten sollen nicht mehr so lange auf einen Termin beim Facharzt warten. Terminvergabestellen sollen die Wartezeiten verkürzen.

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Schneller zum richtigen Arzt. Der neue Service soll am 23. Januar starten.
Schneller zum richtigen Arzt. Der neue Service soll am 23. Januar starten.Foto: dpa

Kassenpatienten sollen nicht mehr so lange auf einen Termin beim Facharzt warten: Am 23. Januar startet eine Terminservicestelle bei der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) in der Masurenallee 6A, bei der Patienten binnen einer Woche eine Terminansage erhalten. Die KV konnte auf Anfrage noch keine Telefonnummer mitteilen.

Patienten benötigen eine Überweisung ihres Hausarztes, auf der die Dringlichkeit einer Weiterbehandlung beim Facharzt vermerkt ist. Auf der Überweisung muss ein Code angegeben sein. Zunächst wolle man Aufkleber verwenden, hieß es dazu aus der KV. Keine Überweisungen sind für Termine bei Augenärzten oder Gynäkologen notwendig.

Grundlage ist Versorgungsstärkungsgesetz

Wendet sich ein gesetzlich Krankenversicherter an die KV, soll der Terminservice innerhalb einer Woche einen Termin in den nächsten vier Wochen anbieten. Davon ausgenommen sind Bagatellerkrankungen oder Routineuntersuchungen. Sollte dieser Termin nicht eingehalten werden können, ist die Terminservicestelle nicht verpflichtet, einen neuen Termin anzubieten. Mit einer Ausnahme: Der Termin wird noch am gleichen Tag abgesagt, an dem er angeboten wurde. Sollte die Terminstelle der KV tatsächlich keinen Termin bei einem Facharzt anbieten können, wird ein ambulanter Behandlungstermin im Krankenhaus vermittelt. Der Terminservice beinhaltet nicht die Vermittlung eines Wunschtermins bei einem bestimmten Arzt.

Grundlage für die Einrichtung dieser Terminservicestellen ist das Versorgungsstärkungsgesetz auf Initiative von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU). Der NAV-Virchow-Bund, Verband der niedergelassenen Ärzte, bezeichnete das Gesetz als „politisches Placebo“, da Versorgungsengpässe nicht wissenschaftlich ausgewertet worden seien.

Nicht mehr Termine durch das Gesetz

Auch der Vorstand der KV Berlin hält nicht viel von den Terminservicestellen. Der Patient komme nicht schneller dran, da „ sowohl die Finanzmittel als auch die Anzahl der Ärzte beschränkt ist“, hieß es aus der KV. Durch das Gesetz werde es nicht mehr Termine geben.

Ärzte sollen freie Termine freiwillig an die KV melden. Diese würden noch gesammelt werden. Eine Zahl konnte die KV nicht nennen. 20 bis 40 Prozent der Praxen in Berlin würden aber „sofort und ohne Wartezeit“ behandeln. Allerdings ist auch bekannt, dass Kassenpatienten beim Arzt schwerer einen Termin erhalten als privat Versicherte. Terminvergabestellen sollten helfen, „wenn es klemmt“, sagte Minister Gröhe.