Berlin : Schöneberg: Das Millionenquiz im Kiez

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"Was machen wir mit einer Million?", lautet nicht etwa der Titel einer neuen Spielshow im Fernsehen. Diese Frage können sich derzeit die Bewohner des "sozial schwachen" Schöneberger Nordens stellen. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung verteilt an sie und an die übrigen 14 "Quartiersmanagementgebiete" der Stadt je eine Million. Jeder Bürger darf Vorschläge einreichen, welche sozialen, kulturellen, baulichen oder anderen Projekte mit diesem Quartiersfonds verwirklicht werden sollen. Eine Bürgerjury trifft dann eine Auswahl.

In den Räumen des "Pallasseums", früher bekannt als Sozialpalast, sammelten am Dienstagabend Bewohner und Quartiersmanagement erste Vorschläge. "Lassen Sie uns ohne Schere im Kopf überlegen, was dem Kiez guttut", sagte Quartiersmanagerin Beate Miculcy. Was diskutiert wurde, hörte sich manchmal nach Kleinigkeiten an. Die Anregungen könnten aber durchaus etwas bewirken: Eine junge Frau aus dem Schöneberger Medienzentrum Clip, sagte, sie suche größere Räume für ihr Jugend-Computerprojekt. Ohne Medienkompetenz habe der Nachwuchs des Gebiets schlechte Chancen auf dem Arbeitsmarkt.

Ein junger Mann mit Trainerlizenz bot sich an, für Kinder ehrenamtlich eine Basketballgruppe aufzumachen. Er müsse dafür Bälle anschaffen. Die Frage sei außerdem, wo man spielen könne - der Sportplatz der Oberschule sei nicht jedermann zugänglich. Ein Vertreter der Arbeitsgemeinschaft Gleisdreieck könnte Geld für eine Ausstellung zur künftigen Gestaltung des früheren Bahngeländes an der Bezirksgrenze gebrauchen. Andere wünschten sich die Sanierung eines Spielplatzes, eine Verkehrsberuhigung oder machten Vorschläge, wie ein Brachgrundstück genutzt werden könnte.

Das Vor-Ort-Büro der Quartiersmanager nimmt bis zum 18. Juni weitere Vorschläge entgegen. Unter der Telefonnummer 236 385 85 können Termine vereinbart werden. Am 11. Juli soll die Jury erste Entscheidungen treffen.

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