Berlin : Schöneberg wird schöner

Grünzug vom Südkreuz bis zum Gleisdreieck-Park Bebauungsplan für Gasometer-Gelände liegt aus

Im Rathaus Schöneberg liegen ab sofort zwei Bebauungspläne aus, die große Veränderungen für das dicht bebaute Viertel nördlich der Ringbahn ankündigen. So ist entlang der Bahntrasse ein Grünzug vom Südkreuz bis zur Großgörschenstraße geplant. Der ist zwar an der schmalsten Stelle keine zehn Meter breit, soll aber im Norden bis an den künftigen Gleisdreieck-Park anschließen. Damit dürfe es in wenigen Jahren einen gut drei Kilometer langen, durchgehenden Grünzug vom Landwehrkanal bis zum Südkreuz geben. Details, etwa zur Querung der kreuzenden Straßen und zur Gestaltung, sind nach Auskunft des Bezirksamtes noch offen. Auch das Gelände muss noch von der Bahn gekauft werden.

Die Anwohner der schmalen und stark befahrenen Naumannstraße dürfen sich zusätzlich darüber freuen, dass sie wohl noch in diesem Jahr einigen Verkehr vor ihrer Haustür loswerden: Eine neue Straße soll das gegenüberliegende Gewerbegebiet von der Rückseite her erschließen. Dazu wird eine Verbindung von der Kolonnenstraße zur Einmündung Torgauer Straße gebaut. Dieses knapp fünf Millionen Euro teure Vorhaben ist bereits Ende 2006 mit den Grundstückseigentümern – Bahn, Bund und ein privater Eigentümer – vereinbart worden. Zurzeit wird die Trasse freigeräumt, in der zweiten Jahreshälfte könnte der Neubau der Straße beginnen.

Der zweite Bebauungsplan betrifft das frühere Gelände rund um den Gasometer am Bahnhof Schöneberg, das bereits zu großen Teilen an einen Projektentwickler verkauft worden ist. Rund um die denkmalgeschützten Gasag-Bauten soll für mindestens 300 Millionen Euro ein „Europäisches Energie-Forum“ mit einschlägigen Firmen und einer Privatuni entstehen. „Denkmalplus“ heißt der Projektentwickler. Er gehört zum Architekturbüro Remtec. Dessen Geschäftsführer Reinhard Müller hatte die Pläne im November präsentiert – und für das Konzept viel Lob von den Bezirksverordneten geerntet. Nur den Grünen war das Vorhaben mit bis zu 65 Meter hohen Neubauten eine Nummer zu groß. An der Nordspitze des 70 000 Quadratmeter großen Areals soll ein Park angelegt werden. Von Süden her ist eine neue Zufahrt samt Bahnbrücke geplant, um den Verkehr von den umliegenden Wohnstraßen fernzuhalten. obs

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