Berlin : Schöneberger Anwohner stellen Umfrage vor

CD

Das Thema Flohmärkte bewegt erneut die Gemüter. Die Bürgerinitiative gegen den Trödelhandel auf dem John.-F.-Kennedy-Platz lädt für den heutigen Dienstag zu einer Versammlung ein, die um 19.30 Uhr im Raum 0170 des Rathauses Schöneberg beginnt. Und im benachbarten Wilmersdorf will die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) am Donnerstag über neue Pläne des Flohmarkt-Betreibers Jörg Thurmann beraten. Dieser möchte einen Supermarkt-Parkplatz an der Mecklenburgischen / Ecke Wiesbadener Straße in Schmargendorf nutzen.

Thurmann betreibt mehrere Flohmärkte in Berlin. Den traditionellen Standort am Fehrbelliner Platz hatte er im Frühjahr 1999 aufgeben müssen, weil die Wilmersdorfer CDU das "Ramsch-Sortiment" beklagte. Daraufhin zogen die Trödelhändler nach Schöneberg um, wo neuer Ärger folgte. Anwohner stören sich sonnabends und sonntags vor allem am Verkehrschaos und Lärm. Nach wie vor gibt es laut Bezirksbürgermeisterin Elisabeth Ziemer (Bündnis 90 / Grüne) auch Beschwerden über mangelnde Hygiene, unter anderem sollen Marktbesucher mitunter in Hauseingänge urinieren. CDU und SPD beschlossen dennoch im vorigen Jahr, den Trödelhandel weiter zu dulden, wenn auch unter strengeren Auflagen. Nur die Grünen forderten die Verlagerung auf einen anderen Platz. Die Bürgerinitiative will heute die Ergebnisse einer Umfrage unter 55 Geschäftsleuten vorstellen. Laut Initiativen-Sprecher Hubert Ostendorf beklagten 17 Händler und Wirte, dass der Flohmarkt ihnen Nachteile bringe. Dieses Ergebnis widerspreche einer früheren Umfrage von Befürwortern des Trödelhandels.

Für den geplanten Trödelhandel auf dem Supermarktgelände in Schmargendorf liegt der Bauantrag unterdessen schon vor. Eine Reichelt-Sprecherin kündigte eine "baldige Eröffnung" an, nannte aber noch keinen Termin. Die CDU fordert in einem BVV-Antrag, mögliche Belästigungen für die Anwohner auszuschließen. Stadtweit hat die Firma Reichelt bereits ein halbes Dutzend ihrer filialeigenen Parkplätze an Trödelhändler vermietet, so etwa in Spandau und Reinickendorf. Demnächst soll auch ein Flohmarkt neben einer Filiale in der Weddinger Müllerstraße eröffnen.

Dagegen liegt der öffentliche Parkplatz am Fehrbelliner Platz nach der Vertreibung der Trödler immer noch brach. Allerdings rückt die seit längerem geplante Eröffnung eines Biergartens jetzt wohl näher. "Nach Ostern" will CDU-Baustadtrat Alexander Straßmeir die ausgewählten Betreiber und ihr Konzept vorstellen.

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