Schönefeld : Finanzierung für Flughafen-Bahnhof steht

Der geplante Großflughafen Berlin Brandenburg International (BBI) soll auf jeden Fall einen ICE- Bahnhof bekommen. Nach langen Verhandlungen verständigten sich der Bund, Berlin und Brandenburg auf die Finanzierung.

Berlin (05.09.2005, 11:18 Uhr) - Die Kosten für die Anbindung ans Schienennetz wurden von Verkehrsminister Manfred Stolpe (SPD) auf rund 500 Millionen Euro beziffert. Davon will der Bund mit 436 Millionen Euro den weitaus größten Anteil übernehmen.

Der neue Hauptstadt-Flughafen soll 2011 auf dem Gelände des heutigen Flughafens Berlin-Schönefeld in Betrieb gehen. Die Gesamtkosten werden derzeit auf rund zwei Milliarden Euro geschätzt. Experten gehen aber davon aus, dass der Endpreis um einiges höher liegen könnte. Wegen der Klagen von Anwohnern gilt derzeit noch ein weitgehender Baustopp. Das Bundesverwaltungsgericht Leipzig wird vermutlich bis Mitte 2006 endgültig über das Milliardenprojekt entscheiden.

Die finanzielle Absicherung der Anbindung ans ICE-Netz wurde nun in einer Rahmenvereinbarung zwischen Bund und den beiden beteiligten Ländern geregelt. Demnach sollen Berlin und Brandenburg von diesen Baukosten nur jeweils 30 Millionen Euro übernehmen. Damit sei der Bund den Ländern «sehr weit entgegengekommen», betonte Stolpe. Der Bund und die beiden Länder sind auch Eigentümer der staatlichen Flughafengesellschaft. Der ursprüngliche Plan, den BBI privat bauen zu lassen, war gescheitert.

Stolpe betonte, dass jetzt auch die Deutsche Bahn «größtmögliche Planungssicherheit» habe. Vor einigen Tagen hatte es noch Irritationen gegeben, nachdem ein Bahn-Manager den ICE-Anschluss in Frage gestellt hatte. In dem unterirdischen Bahnhof sollen später einmal auch die S-Bahn sowie Regionalzüge und die Shuttle-Züge zum neuen Berliner Hauptbahnhof halten.

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) erklärte, damit stehe von Seiten der Politik dem Bau des Flughafens nichts mehr im Wege. «Von uns aus sind die Weichen zum Bau des Großflughafens gestellt.» Der brandenburgische Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) betonte, das wichtigste Infrastrukturprojekt in Ostdeutschland habe nun eine verbindliche finanzielle Grundlage. «Sobald das Bundesverwaltungsgericht entschieden hat, dass der BBI gebaut werden kann, geht es los.»

Für die Straßenanbindung des neuen Hauptstadt-Flughafens will der Bund bis zu 74 Millionen Euro zur Verfügung stellen. Falls der BBI gebaut wird, sollen die beiden anderen Berliner Flughäfen Tegel und Tempelhof geschlossen werden. (tso)

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