• Schönefeld-Quiz: „An welchem Stand stehen Sie gerade?“ Erstmals Werbung für Berliner Flughafen in Hamburg

Berlin : Schönefeld-Quiz: „An welchem Stand stehen Sie gerade?“ Erstmals Werbung für Berliner Flughafen in Hamburg

Joachim Göres

„Alle telefonieren hier in der Halle. Sie sollen aber nicht telefonieren, sondern an unseren Stand kommen, zum großen Gewinnspiel.“ Moderator Stefan ist mit lauter Stimme auf Besucherfang – mit kleinen Witzen und großen Versprechungen versucht er die Besucher der „Reisen Hamburg“ an seinen Stand zu lotsen. Mehr als tausend Aussteller präsentierten sich bis gestern auf der größten norddeutschen Reisemesse, und mit dabei war auch die Berliner Flughafen-Gesellschaft, die erstmals im Westen Werbung für den neuen Flughafen Schönefeld machte. Laute Musik, flotte Sprüche, und dazu Gewinne, Gewinne, Gewinne – die Berliner hauten kräftig auf die Werbetrommel, um die Aufmerksamkeit von potenziellen Berlin-Flugreisenden auf sich zu ziehen.

Beim Quiz mussten zwei Kandidaten nach einen Schönefeld-Werbefilm beweisen, was sie sich gemerkt hatten. Wo wird der neue Berliner Flughafen gebaut? Wie viele Landebahnen wird er haben? Wie viele Fluggäste können dort abgefertigt werden? Damit die übrigen Besucher nicht leer ausgingen, durften sie ebenfalls Fragen wie „An welchem Stand stehen Sie gerade?“ beantworten.

„In der Urlaubszeit sind viele Flugverbindungen ab Hamburg ausgebucht, und wir wollen uns hier als Alternative anbieten“, sagt Standleiter Simon Miller. Zusammen mit Vertretern der Berlin-Schönefeld GmbH, von Holiday Inn Schönefeld und Aero Lloyd Flugreisen informierte er über Parkgebühren, künftige Flugverbindungen ab Schönefeld und die Anreise ab Hamburg. „Von Hamburg kann man nicht an den Plattensee fliegen, da sind die Verbindungen ab Berlin besser“, sagt Willi Boeckmann aus Hamburg. Der Rentner verbringt seinen Urlaub immer in Ungarn und hat sich gerade mit Flugplänen eingedeckt. Nach dem Preis für den Flug ab Berlin hat er noch nicht gefragt. „Ich will erst mal in Ruhe zu Hause das Material studieren.“ Davon hat er reichlich in der Hand.

Der Wettbewerb zwischen den Flughäfen wächst, nicht zuletzt durch die Billigflieger, die für 20 Euro Verbindungen nach Rom oder Nizza anbieten. 2002 war das Minus-Jahr der internationalen deutschen Flughäfen – mit 135 Millionen Passagieren sank das Aufkommen gegenüber dem Vorjahr um 4,5 Prozent. Schönefeld mit minus 13,1 Prozent und Tempelhof mit minus 21,4 Prozent hatten unter 19 deutschen Flughäfen den größten Rückgang zu verzeichnen.

Susanne aus Hamburg ist bei ihren Antworten schneller als Klaus aus Lüneburg, sie gewinnt den Hauptpreis, einen Reisekoffer. Auch Gennadij Blumim aus Hamburg ergattert einen Gewinn, weil er wusste, wie viele Parkplätze der „Flughafen mit Herz“ bietet. Warum ist er am Stand stehen geblieben? „Na ja, weil es etwas zu gewinnen gab. Ab Berlin werde ich bestimmt nicht fliegen, das wäre doch Blödsinn, denn von Hamburg kommt man doch überall hin.“ Und dann schaut der junge Mann in seine Tüte, die er als Gewinner gerade in die Hand gedrückt bekommen hat. Der Inhalt: ein Jojo mit der Aufschrift „Berlin-Schönefeld“. Er lächelt leicht gequält. Das Gewinnspiel ist inzwischen vorbei. Die meisten Besucher der „Reisen Hamburg“ gehen am Stand der „Berlin International Airports“ wieder achtlos vorbei, die sieben Mitarbeiter können sich in Ruhe langweilen.

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